Praxis

Unter der Überschrift „Praxis“ akzeptieren wir Beiträge von Praktikerinnen und Praktikern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung sowie hochschulbezogene Arbeiten angrenzender Bereiche. Als Praktikerinnen und Praktiker verstehen wir dabei insb. Personen, die in Einheiten des sog. third space beratend und gestaltend tätig sind (z.B. hochschuldidaktische Zentren, Qualitätsmanagement, Bereiche der Universitätsverwaltung). Praxisbeiträge können die Umsetzung einer Maßnahme oder den Umgang mit einem Thema an einer einzelnen Einrichtung in den Mittelpunkt stellen. Sie müssen aber für die Annahme in unserer Zeitschrift auch eine allgemeinere Perspektive auf das jeweilige Thema einnehmen und Bezug auf einschlägige Fachliteratur und -diskussion nehmen (ohne dadurch den Anspruch einer Forschungsarbeit zu erfüllen).


Karriere durch Lehre (möglich). Hochschuldidaktik als karriereorientierte Personalentwicklung

Im Lübecker hochschulddidaktischen Zertifikatsprogramm, 2014 akkreditiert durch die Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd), werden innovative Maßstäbe sowohl für die zukünftige Hochschuldidaktik als auch für die hochschulische Personalentwicklung gesetzt. In diesem Programm wird von einem „Kompetenzansatz“ ausgegangen, der die vorhandenen (berufs-)biografisch erworbenen Lehrkompetenzen aufgreift und diese auf der Grundlage verschiedener Lehrkompetenzmodelle in sechs Lehrkompetenzbereiche differenziert. Die Lehrenden können reflexiv entscheiden, welche Kompetenzen sie weiterentwickeln wollen, sie wählen frei in einem offenen Bausteinangebot und können innerhalb von fünf Jahren verschiedene Lehrzertifikate erwerben. Das umfangreichste „Professionelle Lehrzertifikat III“ ist  dann zusammen mit weiteren Lehraufgaben und strukturellen Voraussetzungen Teil eines neuen in der Planung befindlichen universitären Karriereweges zur fest angestellten Lehrkraft.

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Spielend eine diagnostisch kompetente Lehr-kraft werden – mit der game- und e-learningbasierten, problemorientierten und selbstgesteuerten Lernumgebung GEProS

Dieser Beitrag stellt eine innovative Blended-Learning-Umgebung vor, die Lehrende dabei unterstützt, Lehramtsstudierende alltagsnah und praxisorientiert auf das diagnostische Handeln in der Schule vorzubereiten. Kern der Umgebung ist eine virtuelle Lernumwelt, die das diagnostische Handeln ermöglicht und erfordert. Die Studierenden lernen im Rahmen eines virtuellen Spiels problemorientiert und selbstreguliert anhand von authentischen Falldarstellungen aus der Praxis. Dieses Lernen wird in diesem Beitrag mittels eines konkreten Falls vorgestellt. Ziel ist es, die systematische Vorgehensweise sowie die Beobachtungskompetenz der Studierenden zu schulen, flexibles Anwendungswissen aufzubauen und die Selbstreflexion zu fördern, um damit diagnostisch kompetente Lehrkräfte auszubilden. Diese Ziele sollen in einer Blended-Learning-Umgebung mittels Serious Gaming und problemorientiertem Lernen erreicht werden. Erste Rückmeldungen von Seiten der Studierenden und der Lehrenden nach dem Einsatz in der Lehre ermutigen zur Weiterentwicklung von GEProS. Neben einer großangelegten Evaluationsstudie soll zukünftig auch das Untersuchen von Forschungsfragen sowie das Überprüfen der Lernzielerreichung in GEProS realisiert werden.

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eMentoring an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Seit dem Sommersemester 2013 wurden insgesamt 61 Studierende der Hochschule Ostwestfalen-Lippe zu eMentor*innen ausgebildet. Ihre Aufgabe ist es, den Studienanfänger*innen während der Studieneingangsphase in einem Online-Kurs bei Fragen als Ansprechpartner*innen zur Verfügung zu stehen und ihnen so den Einstieg in das Studium zu erleichtern. Für ihren Einsatz werden die eMentor*innen in einem curricular verankerten Wahlpflichtfach ausgebildet. Die Gestaltung der Ausbildung und des Einsatzes soll in diesem Artikel beschrieben werden, um dann die ersten Evaluationsergebnisse darzustellen und am Ende daraus eine Perspektive für die Weiterentwicklung des eMentoring-Konzepts zu entwickeln.

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Der „Battle of the Texts“ als Methode zur Förderung Forschenden Lernens

Wir stellen ein Good Practice-Beispiel namens „Battle of the Texts“ vor, welches eine Methode im Bereich des Forschenden Lernens ist, die besonders gut in den Literatur- und Kulturwissenschaften anwendbar ist. Diese Methode wurde 2016 entwickelt, erstmalig in einer Übung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster durchgeführt und sehr gut bewertet. Sie beinhaltet, dass Studierende selbst forschend tätig werden und Sekundärtexte und -thematiken in Kleingruppen erarbeiten, um diese anschließend kompetitiv gegen zwei andere Sekundärtexte vor der gesamten Lerngruppe zu präsentieren. Diese „Battles“, welche jeweils am Ende jeder Sitzung stattfinden, dienen dazu, die Lerngruppe sowohl von der akademischen Relevanz als auch der allgemeinen Attraktivität eines selbst recherchierten Sekundärtextes zu überzeugen, damit dieser in der folgenden Sitzung behandelt wird. Konträr zu in der Literaturwissenschaft üblichen Übungen, in welchen Primär- und Sekundärtexte von Lehrenden vorgegeben werden, arbeitet diese Methode studierendenzentriert und bindet Studierende in die Verantwortung für Kursplanung und thematische Ausrichtung ein.

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Softwaregestützte Studienverlaufsanalyse zur frühzeitigen gezielten Studienberatung

Studierende bei Problemen im Studium durch Beratung frühzeitig zu unterstützen kann ein erfolgreiches Mittel sein um Studienabbruchquoten zu senken. Eine Herausforderung für die Hochschulen ist, die betroffenen Studierenden frühzeitig zu identifizieren. Im Artikel werden die Funktionsweise und der Einsatz der Studienverlaufsanalysesoftware S-Beat beschrieben, mit der diese Herausforderung gelöst werden kann. Das Alleinstellungsmerkmal von S-Beat ist, dass die Analyse abgeschlossener Studienverläufe genutzt wird, um eine individuelle Prognose für die Wahrscheinlichkeit eines Misserfolgs der eingeschriebenen Studierenden zu ermitteln. Dazu werden Daten aus Studierenden- und Prüfungsverwaltung unter Verwendung von bekannten Risikoindikatoren (z.B. Anzahl der nicht bestandenen Prüfungen oder erfolgreich erbrachter ECTS-Punkte) mit Hilfe von Algorithmen aus dem Bereich des maschinellen Lernens verarbeitet. Die gewonnenen Erkenntnisse werden zur Steuerung der Beratungsleistung und zur Schärfung des Problembewusstseins bei den Studierenden herangezogen.

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