Praxis

Unter der Überschrift „Praxis“ akzeptieren wir Beiträge von Praktikerinnen und Praktikern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung sowie hochschulbezogene Arbeiten angrenzender Bereiche. Als Praktikerinnen und Praktiker verstehen wir dabei insb. Personen, die in Einheiten des sog. third space beratend und gestaltend tätig sind (z.B. hochschuldidaktische Zentren, Qualitätsmanagement, Bereiche der Universitätsverwaltung). Praxisbeiträge können die Umsetzung einer Maßnahme oder den Umgang mit einem Thema an einer einzelnen Einrichtung in den Mittelpunkt stellen. Sie müssen aber für die Annahme in unserer Zeitschrift auch eine allgemeinere Perspektive auf das jeweilige Thema einnehmen und Bezug auf einschlägige Fachliteratur und -diskussion nehmen (ohne dadurch den Anspruch einer Forschungsarbeit zu erfüllen).


Grimms Hänsel & Gretel als Fluchtgeschichte. Dramatische Begegnungen im Fremdsprachen-unterricht

Der vorliegende Beitrag stellt die Inszenierung von Grimms Hänsel & Gretel als Fluchtgeschichte im Fremdsprachenunterricht an der University of Western Australia vor. Durch die Adaption und Aufführung des Märchenstoffes werden Identifikationsmomente geschaffen und interkulturelle Sensibilisierung angeregt. Das hier angewandte Verfahren aus der Dramapädagogik bietet Raum für authentisches Lernen und verbindet praxisbezogene Unterrichts- und Lernkonzepte, mit denen die mündliche Kommunikation und reflexives Sprechen gefördert werden. Der so geschaffene positive Zugang zur Sprache stärkt die kommunikative Kompetenz der Studierenden und verdeutlicht zudem den Mehrwert ästhetischen Lernens.

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Musikpraxis, ohne zu musizieren? Wie Forschendes Lernen in musikwissenschaftlichen Seminaren gelingen kann.

In diesem Artikel werden zwei Lehrveranstaltungen dargestellt, die das Konzept des Forschenden Lernens nutzen, um „deep learning“ zu aktivieren. Die gemeinsame Suche nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Studierenden bildet den Motivationsrahmen. Studierende der Musikwissenschaft versuchen, relevante, ihr Fach betreffende Phänomene, besser zu verstehen. Sie üben dabei die Nutzung von Forschungsinstrumenten genauso wie die Kultivierung einer Haltung. Der Lehrende ist dabei ein Moderator des Forschungs- und Lernprozesses, der die Studierenden begleitet und in die spezifische Fachkultur der Musikwissenschaften einführt.

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Design Thinking. Auf dem Weg zu einer umfassenden hochschuldidaktischen Anwenderinnen- und Anwenderorientierung

Dieser konzeptionelle Beitrag skizziert das Potenzial von Design Thinking für die hochschuldidaktische Praxis. Nach einer kurzen Vorstellung der Methode soll die potenzielle Umsetzbarkeit des Einsatzes von Design Thinking in Bezug auf fragliche Punkte aufgezeigt werden: Bei der Diskussion um die Zielebenen des Ansatzes, um die Prototypisierung immaterieller Artefakte sowie um die Möglichkeit der selektiven Anwendung des Ansatzes soll auf persönliche Erfahrungen des Autors zurückgegriffen werden. Ausgehend hiervon wird der Ansatz anhand von konkreten Herausforderungen, denen sich Hochschuldidaktikerinnen und Hochschuldidaktiker gegenübersehen könnten, in den hochschuldidaktischen Anwendungsfeldern „hochschuldidaktische Kurse“, „hochschuldidaktische Beratung“ und „hochschuldidaktische Supervision“ diskutiert. Der Beitrag versteht sich explizit als Ausgangspunkt zu einer Diskussion über die Chancen und Grenzen von Design Thinking im Kontext der hochschuldidaktischen Tätigkeit mit Schwerpunkt auf der Gestaltung von Angeboten für Lehrende.

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Inverted Classroom: Wer profitiert – wer verliert? Die Rolle der Selbstregulationskompetenzen beim Lernen im umgedrehten MINT-Klassenraum

Das Inverted Classroom Model (ICM) wird seit 2000 als Lehrformat zunehmend beliebter. ICM dreht die traditionelle Vorlesung um: Was bisher in-class präsentiert wurde, wird nun über Videos, Texte u.a. in eine Pre-Class-Selbststudiumsphase ausgelagert, während im Präsenzunterricht aktives Lernen z. B. durch Übungen stattfindet. Im MINT-Bereich kann das Lernen im ICM zu besseren Leistungen als im traditionellen Format führen. Allerdings gilt dies unter der Voraussetzung der regelmäßigen aktiven Vorbereitung und Teilnahme an der Präsenzphase. Da an deutschen Hochschulen i.d.R. keine Anwesenheitspflicht in Veranstaltungen besteht, müssen Studierende selbst entscheiden, wie sie ein solches Format nutzen. Sie benötigen hohe Selbstregulationskompetenzen, um eigenverantwortlich im ICM mitarbeiten zu können. Anhand eines ICM-Beispiels zur Theoretischen Informatik sowie aktuellen Studien zu Selbstregulationskompetenzen und Scaffolding im ICM werden offene Forschungsfragen und Praxisimplikationen dargestellt.

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Analyse des praxisorientierten Projektstudiums in dualen Studiengängen im Kontext des Lernformates Forschendes Lernen

Dieser Beitrag beschreibt den Aufbau des praxisorientierten Projektstudiums an der Hochschule Weserbergland, welches, im Rahmen des Forschenden Lernens und vor dem Hintergrund der geänderten beruflichen Anforderungen an Studierende, Fähigkeiten im Bereich des Projektmanagements und der Zusammenarbeit in Projekten vermitteln soll. Er ist eine Bestandsaufnahme nach sieben Jahren erfolgreicher Durchführung. Das Lernformat Projektstudium wurde in dieser Zeit immer wieder anhand studentischer Evaluationen und Rückmeldungen der Projektauftraggebenden verbessert. Aus den drei dualen Studiengängen Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen wählen die Studierenden gemischte Projektgruppen. In diesen nehmen die Studierenden eine Projektrolle ein, nutzen Projektmanagement-Tools und -Methoden und treffen Entscheidungen über ihr Vorgehen. Sie werden dabei von den betreuenden Dozierenden und einem Projekt-Management-Office unterstützt. Die Rückmeldungen zur Qualität der Projektergebnisse und zum Lehrerfolg sind von allen Beteiligten ausgesprochen positiv. Forschendes Lernen an Beispielen aus der Praxis ist also auch an kleinen Fachhochschulen mit nur 500 Studierenden möglich.

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