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Umgedrehte Hochschullehre. Eine Experimentalstudie zur Rolle von Lernvideos und aktivem Lernen im Flipped Teaching

Die Lehr-Lern-Form Flipped Teaching stellt eine Möglichkeit dar, Hochschullehre aktiver und individueller zu gestalten. Wenngleich der Ansatz vielfach erprobt ist und es bereits eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien dazu gibt, wurden einige Aspekte nach wie vor noch nicht empirisch untersucht. Beispielsweise erscheint die Frage von Bedeutung, wie sich die Selbstlernphase, welche in der Regel mittels Lernvideos ausgestaltet wird, sowie die Präsenzphase, in welcher typischerweise aktive Lehrmethoden angewendet werden, auf den Lernerfolg auswirken. Hierzu wurde eine Experimentalstudie mit Hochschulstudierenden (N=50) durchgeführt. Die Studie kann zeigen, dass durchschnittlich hohe subjektive Bewertungen des Lerninputs (Video) nicht zu überdurchschnittlichen Lernergebnissen führt, dass jedoch die Qualität des Inputs einen Faktor darstellt, der das aktive Lernen der Präsenzphase begünstigt. Es konnte festgestellt werden, dass alle Gruppen – sowohl Experimental- als auch die beiden Kontrollgruppen – von den Aktivitäten der Präsenzphase profitierten und ihre Lernergebnisse im Vergleich zum Eingangstest steigern konnten. Es konnte aber kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen in Bezug auf das Lernergebnis festgestellt werden.

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Scholarship of Teaching and Learning“ – Ein nächster Schritt hin zur Professionalisierung von lehrenden Expertinnen und Experten?

Bestens qualifizierte Personen entscheiden sich für das Arbeitsfeld Hochschule, weil sie forschen und lehren wollen. Trotzdem unterrichten sie nicht von Anfang an professionell.

Auf dem Hintergrund eines hochschuldidaktischen Weiterbildungsmodells werden drei Fragen diskutiert: Können mit dem Konstrukt „Lehrkompetenz“ Professionalisierungsangebote begründet werden? Wie kann es in den knappen Kurszeiten gelingen, sowohl an individuellen Unterrichtssequenzen zu arbeiten als auch den Anspruch einer evidenzbasierten und theorieorientierten „guten Lehre“ einzulösen? Könnte ein „Scholarship of Teaching and Learning“ ein nächster Professionalisierungsschritt sein, um den nachhaltigen Diskurs über Lernen und Lehren an der Hochschule weiter zu führen?

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Einsatz von Classroom-Response-Systemen und Peer Instruction in der Veranstaltung Grundlagen von Datenbanken

Die Einbindung von Studierenden durch Zwischenfragen und kleinere Aufgaben in eine Vorlesung mit mehr als 100 Teilnehmern stellt eine Herausforderung dar. Zum Beispiel dürfen Antworten bzw. Lösungen nicht nur einzelnen Studierenden eingebracht werden, da sonst nicht überprüft werden kann, ob ein Großteil der Anwesenden die Inhalte verstanden hat. Dieser Artikel beschreibt die Neugestaltung der Einbindung von Studierenden in eine Informatiklehrveranstaltung. Hierfür wurde ein Katalog an Fragen erstellt, der sich für den Einsatz von Classroom-Response-Systemen eignet. Diese Fragen wurden gezielt so formuliert, dass gängige Fehlannahmen bereits frühzeitig in der Vorlesung erkannt werden können. Darüber hinaus wurde die Methode Peer Instruction angewandt, um zu fördern, dass sich Studierende tiefer mit dem Sachverhalt der Fragen auseinandersetzen und lernen, ihre Antworten gegenüber Mitstudierenden in einer Gruppendiskussion zu begründen. In über 70 % der Fälle führte die Gruppendiskussion bei einer zweiten Abstimmung zu einem um 27 % verbesserten Ergebnis. Der Einsatz von Classroom-Response-Systemen und auch Peer Instruction wirkte sehr aktivierend und wurde von Studierenden als sehr positiv hervorgehoben.

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Eine Untersuchung mit Studierenden über den Umgang mit ihrer Zeit

In einem Seminar zu wissenschaftlichen Arbeitstechniken bearbeiteten Studierende u. a. das Thema Zeitmanagement. Ein wesentlicher Schritt zur effizienteren Nutzung der eigenen Zeit bestand dabei darin, sich des eigenen Verhaltens bewusst zu werden. Diese bewusst gewordenen Verhaltensmuster werden persönlichen Zielen gegenübergestellt, woran ein individueller Entscheidungsprozess über das weitere Vorgehen anknüpfte. Die vorliegende Studie bestand im Kern aus einer einwöchigen, intensiven Selbstbeobachtung mit stündlicher Aufzeichnung der Aktivitäten. Die Teilnehmer/-innen bekamen außerdem vor und nach dieser Intervention und noch einmal sieben Wochen später einen standardisierten Fragebogen ausgehändigt, der messen sollte, ob Veränderungen in der Planung, Zielsetzung, Organisation und Zeitnutzung verursacht wurden. Die Auswertung der Daten zeigte zwar eine signifikante Änderung in der Zeitnutzung, jedoch keine in den anderen Bereichen.

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Tiefenlernen durch Concept Maps mit Reflexionsanteilen

Ergebnisse neuerer Lernforschung verweisen auf die Bedeutsamkeit des deep level learning im Sinne eines sogenannten Tiefenlernens in der Hochschullehre. Hierzu zählen tiefenorientierte Lernstrategien, die es dem Lernenden u.a. ermöglichen, das neue Wissen an bereits bestehende Strukturen anzuknüpfen und über logische Zusammenhänge nachzudenken. Eine exemplarische Methode, die diese Ziele unterstützt, ist die Concept Map. Auch Methoden, die die reflexive Praxis der Studierenden fokussieren, sind den tiefenorientierten Lernstrategien zuzuordnen. Daran schließt dieses Forschungsprojekt an, indem beide Elemente in Form einer neuen Methode kombiniert werden, um zum einen das Tiefenlernen der Studierenden zu fördern und zum anderen einen Brückenschlag zwischen verschiedenen Seminaren innerhalb eines Moduls herzustellen. Diese neu entwickelte Methode Concept Maps mit Reflexionsanteilen wurde semesterbegleitend von 16 Grundschullehramts-Studierenden des Fachs Sachunterricht erprobt und die so entstandenen Materialien inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse der Studie zeigen, dass tiefenorientiertes Lernen bereits frühzeitig angebahnt werden kann und dass die Studierenden dadurch inhaltliche Verbindungen zwischen den Seminaren erkennen und verstehen.

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