Artikel

Jura für Betriebswirtinnen und -wirte: Interdisziplinäres Team Teaching sowie kompetenzorientierte Lehre in einer universitären Großveranstaltung

Hochschuldidaktische Forschung in der Lehre umsetzen: In einem Projekt an der Universität zu Köln wurde dieses Ziel in einer universitären Großveranstaltung umgesetzt. Auf Basis einer wirtschaftspädagogischen Dissertation wurden in der Juravorlesung für Studierende der Betriebswirtschaftslehre beruflich relevante Handlungssituationen zum Ausgangspunkt der Vermittlung rechtlicher Inhalte gemacht, um eine stärkere Kompetenzorientierung zu erreichen. 

Darüber hinaus fand die Vorlesung erstmalig in Form eines interdisziplinären Team Teaching statt, da ein Jurist und eine Wirtschaftswissenschaftlerin gemeinsam die Vorlesung planten, durchführten und evaluierten. Den Studierenden wurden so zwei verschiedene Denk- und Arbeitsweisen vorgestellt, und es wurde interdisziplinäre Teamarbeit vorgelebt.Kompetenzorientierung und „gute Lehre“ im Sinne des Constructive Alignment konnten jedoch nur ansatzweise erreicht werden. Die Rahmenbedingungen der Veranstaltung erschwerten die Umsetzung. Aus hochschuldidaktischer Sicht konnte mit dem Projekt jedoch das wichtige Ziel erreicht werden, Theorie und Praxis enger zu verzahnen. Die positive Erfahrung der Dozentinnen und Dozenten mit dem interdisziplinären Team Teaching kann ebenfalls als Erfolg gewertet werden.

  die_hochschullehre_2019_Riha_Jura_für_Betriebswirtinnen_und_-wirte (375,1 KiB, 4 Hits)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading...

Rhetorik für Jura-Studierende – ein innovatives Lehrkonzept

Der vorliegende Artikel beschreibt das an der Justus-Liebig-Universität Gießen entwickelte Co-Teaching-Lehrkonzept „Argumentieren im juristischen Kontext“, in dem sprechwissenschaftliche Theorien und Techniken in die juristische Methodenlehre integriert werden. Die Lehrkooperation findet zwischen juristischen Fachlehrenden und einer Sprechwissenschaftlerin statt. Als Lernziele sollen die Studierenden der ersten Semester juristische Kenntnisse erwerben und diese anhand von Argumentier- und Gesprächsführungstechniken anwenden. In der vorliegenden Untersuchung wurde in zwei jeweils 2017 (n = 10) und 2018 (n= 16) durchgeführten Seminaren anhand mehrerer Evaluationsmethoden die Wirksamkeit des Lehrkonzepts untersucht. Dabei wurden die subjektiven rhetorischen Fähigkeiten, mögliche Sprechangstfaktoren sowie Aussagen zur Selbstwirksamkeitserwartung der Studierenden erhoben. Zusätzlich wurde das Lehrkonzept in Bezug auf die Wirksamkeit des Co-Teachings und auf den Lernzuwachs ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen eine Abnahme der Sprechangst sowie eine Verbesserung der rhetorischen Fähigkeiten bei den Studierenden. Des Weiteren wurde das Co-Teaching-Lehrkonzept von den Studierenden insgesamt als Mehrwert beurteilt. Ein Lernzuwachs konnte ebenfalls festgestellt werden.

  die_hochschullehre_2019_Nespital_Rhetorik_für_Jurastudierende (645,3 KiB, 4 Hits)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading...

Studentische Qualitätsurteile zu Ringvorlesungen. Überlegungen zu Theorie, Modell und Indikatoren.

Evaluationen von Lehrveranstaltungen an Hochschulen sind seit den 1970er Jahren in Deutschland Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei der Einbezug studentischer Qualitätsurteile im Evaluationsprozess kontroverse Diskussionen erfuhr (Aleamoni, 1994; Gold, 1996; Kromrey, 1994; Marsh, 2007). Insbesondere Heiner Rindermann (1997a, 1997b) konnte deren Bedeutsamkeit für die Hochschulforschung herausarbeiten. Dessen multidimensionales Modell der Lehrqualität (Rindermann, 1999) aufgreifend, verfolgen wir mit diesem Aufsatz zwei Ziele: Erstens soll als Beitrag zur Hochschul- und Evaluationsforschung hinterfragt werden, wie dieses Modell entlang eines bisher unberücksichtigten und dennoch bedeutsamen Veranstaltungstyps mit wechselnden Dozierenden, sog. Ringvorlesungen, genutzt werden kann. Darauf aufbauend stellen wir zweitens das Leipziger Inventar zur Evaluation von Ringvorlesungen (LIER) vor und bewerten dessen Generalisierbarkeit und Validität. Obgleich auf seine Vorläufigkeit und Exemplarität hinzuweisen ist, erhoffen wir uns eine produktive Resonanz im Feld der Lehrevaluation im Hinblick auf die Anwendung, (statistische) Überprüfung und Weiterentwicklung des Inventars.

  diehochschullehre_2019_Herfter_Aust_Ringvorlesungen (333,3 KiB, 26 Hits)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading...

Anwendung, Nutzung und Grenzen von Beobachtungsbögen als Instrument zur Professionalisierung im Hochschulstudium

Der Lehrerberuf zeichnet sich professionstheoretisch dadurch aus, dass ähnlich wie bei Medizinern eine Einführung in die Handlungspraxis, den sogenannten Habitus, notwendig ist. Studien zur Expertiseforschung zeigen dabei, dass für hochwertige Leistungen Berufserfahrung allein nicht ausreicht, sondern stetige (Selbst‑)Reflexion des eigenen Handelns erforderlich ist (vgl. z. B. Helsper, 2011; Palmer et al., 2005). Für das Hochschulstudium bedeutet dies, dass eine Einführung in den professionellen Habitus durch (Selbst‑)Reflexionsgelegenheiten angeboten werden sollte. Eine Möglichkeit hierzu bieten Beobachtungsbögen, die als Grundlage für (Selbst‑)Reflexionsprozesse dienen. Diese werden von Lehrenden ausgefüllt und erfassen das konkrete Handeln angehender Professionsmitglieder. Bislang ist jedoch kaum bekannt, wie Beobachtungsbögen konkret in der Hochschullehre eingesetzt werden, welche Faktoren die Bewertung beeinflussen und ob Beobachtungsbögen tatsächlich ein geeignetes Instrument zur Professionalisierung Studierender darstellen. Der vorliegende Beitrag widmet sich diesem Forschungsdesiderat anhand einer Stichprobe von 390 Studierenden aus Bachelor- und Mastermodulen mit 840 Beobachtungen, die von 9 Dozent(inn)en durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass zu stark ausdifferenzierte Beobachtungsbögen nicht zielführend sind, die Handhabung der Lehrenden variiert und eine Optimierung individuellen Lernens, nicht jedoch die Leistungsbewertung, mittels Beobachtungsbögen sinnvoll ist.

  die_hochschullehre_2019_Berding_Jahncke_Beobachtungsbögen (635,4 KiB, 25 Hits)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading...

Allgemein-wissenschaftliche Methodenkompetenzen erfassen und Fehlkonzepte aufdecken: Entwicklung und Anwendung eines Wissenstests in der Psychologie

Mit dem Ziel in der Studieneingangsphase allgemein-wissenschaftliche Methodenkompetenzen Psychologiestudierender effektiv zu fördern, wurde für eine Einführungsveranstaltung ein IRT-basierter Wissenstest entwickelt. Dieses Instrument ermöglicht es, Fehlkonzepte in den Themenbereichen „wissenschaftliches Vortragen“, „wissenschaftliches Schreiben“ und „wissenschaftliches Arbeiten“ zu Lehrveranstaltungsbeginn zu identifizieren und deren Abbau im Lauf der Veranstaltung zu erfassen. Der pilotierte Wissenstest wurde in einer Prä-Post-Erhebung mittels zwei Testversionen bei 63 Psychologiestudierenden eingesetzt. Neben einer Lösung sollte pro Aufgabe auch eine Sicherheitseinschätzung zur Korrektheit der Antwort abgegeben werden. Studierende zeigten in allen Themenbereichen einen signifikanten Fähigkeitsanstieg, was als Indikator für den Abbau von Fehlkonzepten gilt. Ein signifikanter Anstieg der Sicherheit konnte für die Themenbereiche wissenschaftliches Vortragen und wissenschaftliches Schreiben ermittelt werden. Im Sinne einer intendierten Reduktion von Heterogenität in der Studieneingangsphase zeigte sich außerdem, dass Studierende mit jeweils niedrigen Ausgangswerten für die Fähigkeit sowie Sicherheit einen höheren Zuwachs aufwiesen als Studierende mit höheren Ausgangswerten. Implikationen werden für Studierende und Lehrende diskutiert.

  diehochschullehre_2019_Türktorun_Wenzel_Mordel_Scherer_Horz_Wissenstest_Methodenkompetenz (295,8 KiB, 50 Hits)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (No Ratings Yet)
Loading...