Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Mangelnde Anwesenheit in Vorlesungen: Eine fächerübergreifende Einschätzung von Studierenden in Deutschland

Studierende besuchen Vorlesungen immer seltener. Dabei wirkt sich Absentismus negativ auf die studentischen Prüfungsleistungen aus. Der Frage nach den Gründen und möglichen Einflussfaktoren soll nun in einer repräsentativen und fächerübergreifenden Studie nachgegangen werden. Dazu wurden Daten mittels eines Fragebogens von insgesamt N = 1841 Studierenden an 42 Hochschulen erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende eine langweilige Gestaltung als entscheidend für ihren Absentismus ansehen. Zudem besuchen Studierende Vorlesungen dann, wenn sie geringere indirekte Kosten vermuten und die Lehrqualität als positiv bewerten. Zwischen der Lehrqualität und lernförderlichen Verhaltensweisen während Vorlesungen stellte sich ein großer Zusammenhang heraus. Die Frage bleibt offen, wie die Qualität der Lehre und Gestaltung von Vorlesungen gesteigert werden kann, wobei einige Ansätze vorgestellt werden sollen.

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Akademische Integration Geflüchteter: Ergebnisse aus dem Pilotprojekt IpFaH der Hochschule Magdeburg-Stendal

Im Pilotprojekt „Integration politischer Flüchtlinge mit akademischen Hintergründen bzw. Ambitionen (IpFaH)“ der Hochschule Magdeburg-Stendal wurde eine qualitative Untersuchung durchgeführt. Im Zentrum stand die Frage, inwiefern im Rahmen des IpFaH-Pilotprojekts mit seinem Bildungsangebot bestehend aus einem einjährigen DaF-Intensivkurs und komplementären Angeboten die Integration der Zielgruppe in die hiesige akademische Kultur als Vorbereitung auf ein Studium gelingt und wo die Hürden liegen. Dazu wurden leitfadengestützte Gruppeninterviews mit Teilnehmenden zu ihrem Erleben des IpFaH-Bildungsangebots durchgeführt und induktiv ausgewertet. In einer empirischen Teilstudie der Begleitforschung (Eisenächer et al., 2019) war im Vergleich mit Angeboten an anderen deutschen Hochschulen festgestellt worden, dass die formal-organisatorischen Voraussetzungen für das Pilotprojekt gut sind. Die Ergebnisse der qualitativen Hauptstudie schränken dieses Ergebnis ein. Sie zeigen ein differenzierteres Bild teils gelungener, teils nicht gelungener Integrationsprozesse auf. Das methodische Design und die Ergebnisse der qualitativen Hauptstudie werden im Beitrag vorgestellt und das Projekt wird auf sein Transferpotenzial hin diskutiert.

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Kritische Ereignisse in der Hochschullehre. Ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Diversitäts-kompetenz

Hochschulen stehen zunehmend vor Herausforderungen im Bereich der Weiterentwicklung und Professionalisierung von Lehrkompetenz und -qualität. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Diversifizierung der Studierendenschaft gilt es, diversitätsorientierte Lehre zu fördern.Es gibt bislang jedoch nur wenige Studien über die Einstellungen von Hochschullehrenden zum Umgang mit einer heterogenen Studierendenschaft. Während auf der einen Seite etwa Diskriminierungserfahrungen von Studierenden dokumentiert sind, ist über erlebte kritische Ereignisse aus der Perspektive von Hochschullehrenden noch wenig bekannt; mit diesem Beitrag leisten wir einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke. Er stellt 12 qualitativ erhobene kritische Ereignisse, d.h. interkulturelle Konflikte, von Hochschullehrenden ins Zentrum und behandelt anhand dreier dieser narrativ erhobenen Fallgeschichten zentrale Konflikte in Bezug auf Studierendendiversität: Störungen im Unterricht, Diskriminierungserfahrung, Rollenverständnis als Lehrende sowie An- und Abwesenheiten. Daraus werden Handlungsoptionen für Hochschullehrende abgeleitet.

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Die Angebote deutscher Hochschulen für studieninteressierte Geflüchtete – eine empirische Analyse

Im Beitrag werden die Ergebnisse einer empirischen Teilstudie präsentiert, die im Rahmen der Begleitforschung zum Pilotprojekt „Integration politischer Flüchtlinge mit akademischen Hintergründen bzw. Ambitionen (IpFaH)“ der Hochschule Magdeburg-Stendal durchgeführt wurde. Ziel der Teilstudie war es, einen Überblick über das Gesamtangebot deutscher Hochschulen für Geflüchtete zu schaffen, dieses zu systematisieren und das spezifische Angebot der Hochschule Magdeburg-Stendal darin einzuordnen. Die Teilstudie ergänzt die qualitative Hauptstudie der Begleitforschung, bei der die Untersuchung des Bildungsangebots IpFaH zur Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland aus der subjektiven Perspektive der Teilnehmenden im Vordergrund steht. Die Ergebnisse der vorliegenden Teilstudie sind auf vergleichbare Bildungsangebote anderer deutscher Hochschulen übertragbar.Die Studie umfasst 54 Hochschulen, die zum Ende des Wintersemesters 2015/16 ein Bildungsangebot für studieninteressierte Geflüchtete online präsentierten. Über die Internetseiten der Hochschulen wurden 414 Einzelangebote identifiziert und mittels unterschiedlicher Zugänge analysiert. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Hochschule Magdeburg-Stendal mit ihrem Bildungsangebot IpFaH auf der formal-organisatorischen Ebene gute Voraussetzungen für die Vorbereitung studieninteressierter Geflüchteter auf ein Studium schafft.

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Die Ausbildung des kreativen Ingenieurs – Analyse von Curricula im Hinblick auf das Lernen von Kreativität

Kreativität ist eine zentrale 21st century skill und damit eine wichtige Kompetenz von Hochschulabsolventinnen und Absolventen. Inwieweit sich Kreativität auch als Lern- und Kompetenzziel in Hochschulcurricula widerspiegelt, ist bislang nicht untersucht. In der vorliegenden Analyse wurden daher die Studien- und Prüfungsordnungen sowie Modulhandbücher ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge (N=52) an baden-württembergischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften einer Dokumentenanalyse unterzogen, um zu prüfen, in welchem Umfang Kreativitätsausbildung Teil des Curriculums ist. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Ausbildung von Kreativität in der untersuchten Stichprobe eine untergeordnete Rolle spielt. So finden sich etwa in 22% der Studiengänge keine Hinweise, dass Kreativität strukturiert gefördert wird.

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