Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Klassenführung und Feedback: praxisbezogen und theoretisch verankert

Der folgende Beitrag thematisiert die Bedeutung des (Schülerinnen- und Schüler-)Feedbacks für Lehrpersonen hinsichtlich des Erwerbs und der Umsetzung von Klassenführungsstrategien. Ausgangspunkt der Überlegungen ist das Linzer Konzept der Klassenführung (LKK; Lenske & Mayr, 2015a), demzufolge die Anwendung direkter und indirekter Strategien erfolgversprechend ist. Im Beitrag wird diskutiert, inwiefern der Erwerb dieser Strategien bereits in der Lehrerausbildung unterstützt werden kann. Als zentrales Entwicklungsmomentum wird dabei ein fokussiertes Feedback angenommen (Ophardt & Thiel, 2013), das einen Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung bzgl. der Umsetzung der Klassenführungsstrategien erlaubt. Dieser Erwerbsprozess soll mittels eines eigens angelegten Lehr-Lernarrangements am Beispiel Rollenspiel angestoßen werden, das im folgenden Beitrag ausdifferenziert und im Rahmen einschlägiger Bestimmungsansätze zur pädagogischen Professionalität von Lehrpersonen verankert wird. 

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Allgemeine Pädagogik als Allgemeine Didaktik. Zur sozialen Praxis der multimodal-polykontexturalen epis-temischen Selbstreflexion

(1) Der Beitrag stellt die strukturtheoretische Frage, woran eigentlich pädagogisch-didaktisches Handeln von sonstigem Handeln differenziert werden kann. (2) Anschließend wird nach den epistemischen Bedingtheiten jeder Zeigeartikulation formal gefragt. Hierfür wird eine Heuristik zur epistemischen Reflexion des Didaktischen entworfen, welche den Bezugsdimensionen der Historisierung, Pragmatisierung und
Soziologisierung besondere Beachtung schenkt. Drei epistemische Aprioris bedürfen dabei der Reflexion: das kognitiv-psychische, das soziale sowie das historisch-diskursive Apriori. Dieses Reflexionsgebot gilt insbesondere für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, insofern diese oft einen impliziten politischen Bias mitführen (Nassehi, 2019). Problematisch ist hierbei nicht die Normativität bzw. Politizität der Sozialwissenschaft an sich (Horkheimer, 1970 [1937]; Vogel, 2019), sondern dass die Grenze zur Indoktrination und Manipulation – also Fehlformen des Pädagogischen (Strobel-Eisele, 2011) – fließend wird, wenn nicht mit hinreichender Bestimmtheit ausgewiesen wird, von wo aus auf welche Weise etwas artikuliert wird. (3) Schließlich wird das soziale Apriori hervorgehoben und Vorschläge zur didaktischen Operationalisierung sozialer Reflexivität werden angedacht.

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Zur Förderung kritischen Denkens: Synthese der Ergebnisse einer Metastudie mit den Einsichten aus einem handlungstheoretischen Prozessmodell

In dem Beitrag werden die Ergebnisse einer umfangreichen Metaanalyse von Abrami et al. (2015) zur Förderung von kritischem Denken vorgestellt und unter der Frage, wie handlungsleitend und praxisrelevant diese Ergebnisse sind, diskutiert. Die dabei gewonnenen Ergebnisse wirken auf methodischer Ebene einleuchtend, können aber für die konkrete Gestaltung einer Denkschulung nur wenig Orientierung bieten. Deshalb wird im zweiten Teil des Beitrages ein theoretisches Prozessmodell von Garrison und Archer (2000) bzw. Garrison und Anderson (2003) zur Förderung von kritischem Denken vorgestellt, das auf den theoretischen Überlegungen des amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey fußt (Dewey, 1997). Die Ergebnisse der Metaanalyse werden, um sie für die Praxis leichter übertragbar zu machen, in den theoretischen Rahmen des Prozessmodells eingeordnet. Die so gewonnene Struktur soll zur Planung von Denkschulungen praxisrelevante Impulse geben.

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Fähigkeitsselbstkonzept und Lernerfolg im ersten Fachsemester Physik

Die Studieneingangsphase in Physik stellt eine Reihe von Herausforderungen fachlicher und überfachlicher Art an die Erstsemester-Studierenden. Dabei müssen motivationale Faktoren als zentrale Prädiktoren für aktive Lehrveranstaltungsteilnahme und Bearbeitung von z. T. herausfordernden Übungsaufgaben in den Blick genommen werden. Das Fähigkeitsselbstkonzept beschreibt in diesem Zusammenhang die Vorstellungen der Studierenden von ihren eigenen Fähigkeiten in Bezug auf verschiedene Aspekte des Studiums. Im Rahmen von je fünf über das erste Semester verteilten Interviews mit insgesamt sechs Proband/innen wurden neben dem Fähigkeitsselbstkonzept mehrere Aspekte des Erlebens der Studieneingangsphase erfragt. Die Ergebnisse wurden in einem, qualitativ-inhaltsanalytischen Verfahren analysiert und werden hier gebündelt dargestellt. Parallel nahmen die Proband/inne zu Beginn und Ende des Semesters an einem Fachwissenstest teil. Insgesamt zeigt sich ein breites Spektrum von Ausprägungen des allgemein-fachbezogenen und aufgabenspezifischen Selbstkonzeptes, die sich im Laufe des Semesters in Reaktion auf gestellte Anforderungen verändert. Dabei gleichen sich das fachbezogene und das auf spezifischere Aufgaben bezogene Fähigkeitsselbstkonzept an. Ein hoch ausgeprägtes Fähigkeitsselbstkonzept geht dabei mit guten Lernerfolgen einher, bei einem geringer ausgeprägten treten differenziertere Effekte auf.

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Zweifel am Studium: Konzeptuelle Überlegungen und eine erste empirische Annäherung

Der Zweifel am Studium gehört zu einem der häufigsten Beratungsanliegen in psychologischen Beratungsstellen an Hochschulen. Noch ist er in der Hochschulforschung nicht untersucht worden. Dieser Beitrag führt den Zweifel am Studium theoretisch als ein Zusammenspiel von Selbst-, Karriere- und Handlungszweifel ein. Anschließend präsentiert er die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung an 110 Studierenden, die den Zweifel am Studium in den Kontext der Studienzufriedenheit sowie körperlicher und psychischer Belastungen setzt. Die regressionsanalytischen Ergebnisse lassen vermuten, dass die Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen und den -belastungen für die Erklärung des Zweifels am Studium gewichtiger sind als die Unzufriedenheit mit den Inhalten. Dabei zeigt sich ein geschlechtsdifferenzierendes Bild, als dass im Falle der Frauen nur die Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen den Zweifel am Studium vorhersagen kann. Abschließend diskutiert der Beitrag die Einordnung des Zweifels am Studium in Modellen zur Erklärung des Studienabbruchs als eine der Studienabbruchneigung vorgelagerte Variable.

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