Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Vorlesungen heute: eine Studie zum fachkulturellen Zusammenhang zwischen Lehrmethoden in Vorlesungen und Lehransätzen von Dozierenden

Die vorliegende Untersuchung hatte das Ziel, den derzeitigen Stand der Gestaltung von Vorlesungen aus fachkultureller Sicht mittels einer großen Stichprobe von Dozierenden in Deutschland (= 983) zu beschreiben. Untersucht wurde, wie Lehrmethoden eingesetzt werden und wie dies mit Lehransätzen (Trigwell, Prosser & Ginns, 2005) und Fachkultur (Huber, 1980; Multrus, 2004) zusammenhängt. Es zeigte sich, dass Dozierende in ihren Vorlesungen lediglich ein Drittel der ihnen bekannten Lehrmethoden häufig einsetzen und eine hohe Lernorientierung seitens der Dozierenden mit verstärktem Einsatz aktivierender Lehrmethoden einhergeht (rp = .47). Zum Teil fanden sich große Unterschiede zwischen den Fachkulturen hinsichtlich Lehrmethoden, Lehransatz und dem Besuch hochschuldidaktischer Weiterbildungen. Zukünftige Untersuchungen sollten sich der Frage widmen, welche Lehrmethoden zur Steigerung des studentischen Lernerfolgs besonders effektiv sind und wie dieses Wissen in der Hochschuldidaktik fachkulturspezifisch etabliert werden kann.

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Professionalisierung fachdidaktisch. Professionalisierung angehender Lehrer~innen (Bachelor) in Lehr-Lern-Labor-Seminaren (LLL-S) an der Freien Universität Berlin in den Didaktiken der Geschichte und des Englischen

Der Lehrberuf erscheint als ein nahezu „unmögliches Geschäft“ (Helsper, 2004). Dies eröffnet die grundlegende Frage, wie eine universitäre Bildung angehender Lehrer~innen gestaltet sein könnte, um etwa die Geschichts- und Englischlehrer~innen von morgen nachweislich sinnvoll auf die Anforderungen ihres Berufsfeldes vorzubereiten. Hierzu wurde mit den Lehr-Lern-Labor-Seminaren (LLL-S) an der Freien Universität Berlin ein Konzept entwickelt, welches Theorie und Praxis sowie deren Reflexion integrativ kombiniert. Der Grundsatzfrage der Sinnhaftigkeit eines solchen Konzepts soll zunächst über die Vorstellung dreier Professionstheorien nachgegangen werden, um darauf aufbauend darlegen zu können, welche theoretischen Vorstellungen zur Bildung angehender Lehrer~innen existieren. Im weiteren Verlauf dieses Beitrages soll überlegt werden, welche Impulse diese Theoriekonzepte für die Wirkungsforschung eines universitären Lehr- und Lernformates zur Professionalisierung angehender Geschichts- und Englischlehrer~innen liefern und inwieweit diese konkret in den LLL-Sin der Geschichts- und Englischdidaktik umgesetzt werden können.

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Theoretisches Wissen gleich träges Wissen? Praxisrelevanz von fachdidaktischem Wissen in Lehr-Lern-Labor-Seminaren

Der Diskurs bezüglich einer mangelnden Theorie-Praxis-Verzahnung in der Lehrer*innenbildung geht einher mit dem Befund, dass das an den Universitäten zu erwerbende fachdidaktische Wissen in der Praxis des Unterrichts selten handlungsleitend wird und damit als träges Wissen gekennzeichnet werden muss. Unter den Erklärungsansätzen zum Entstehen trägen Wissens ist vor allem der mangelnde Anwendungsbezug ein Charakteristikum, das auf viele universitäre Lehrveranstaltungen zutrifft. Zur Verbesserung der Theorie-Praxis-Verzahnung wurden daher an der Freien Universität Berlin in den Fachdidaktiken Englisch, Physik, Sachunterricht und Geschichte sogenannte Lehr-Lern-Labor-Seminare (LLLS) konzipiert und in das Studienkonzept implementiert. Ein konzeptionelles Ziel dieser LLLS ist es, handlungsleitendes Wissen bei den Studierenden aufzubauen. Zur Überprüfung der Wirksamkeit der LLLS wurde ein Mixed-Methods-Design angelegt, mit dem die Wahrnehmung der Praxisrelevanz des fachdidaktischen Wissens durch die Studierenden in den LLLS gemessen und rekonstruiert werden kann. Die theoretische Grundlegung, die Konzeption der LLLS und die Ergebnisse werden in diesem Beitrag dargelegt. Unsere Studie zeigt, dass die LLLS in dieser Dimension gegenüber auf Theorievermittlung reduzierten Seminaren überlegen sind. 

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Welche Rolle spielen Fachkulturen heute? Bericht von einer Erkundungsstudie

Ziel der Untersuchung ist zu erkunden, ob sich heute an Universitäten noch von distinkten Fachkulturen sprechen lässt und eine größere Erhebung dazu aussichtsreich wäre. Dazu wurden 16 Leitfadeninterviews mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Fächern geführt und qualitativ ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Fachkulturen in einem engeren epistemologischen Sinne (Erkenntnis- und Arbeitsformen sowie Organisation des Lernens und der Lehre) im Bewusstsein der Personen präsent und für sie wichtig sind, fachkulturelle Merkmale im weiteren, Lebensstile und Habitus umfassenden Sinne hingegen nicht als charakteristisch oder bedeutsam erfahren und auch selten berichtet werden. Fragen der sozialen Selektivität oder Ungleichheit der Universität werden kaum thematisiert. Zudem werden die jeweils eigenen Fachkulturen als in sich heterogen geschildert; für die anderen Fachkulturen gilt das nicht. In den Interviews zeigt sich ein sehr vorsichtiger, zurückhaltender und respektvoller Umgang mit fachkulturellen Differenzen. Auch dort, wo sie beobachtet werden und Distinktionen unterschiedliche Werte offenlegen, ist von Streit oder Auseinandersetzung wenig zu spüren. Die Folgen dieser Befunde für Forschung und Hochschuldidaktik werden diskutiert.

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Mangelnde Anwesenheit in Vorlesungen: Eine fächerübergreifende Einschätzung von Studierenden in Deutschland

Studierende besuchen Vorlesungen immer seltener. Dabei wirkt sich Absentismus negativ auf die studentischen Prüfungsleistungen aus. Der Frage nach den Gründen und möglichen Einflussfaktoren soll nun in einer repräsentativen und fächerübergreifenden Studie nachgegangen werden. Dazu wurden Daten mittels eines Fragebogens von insgesamt N = 1841 Studierenden an 42 Hochschulen erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende eine langweilige Gestaltung als entscheidend für ihren Absentismus ansehen. Zudem besuchen Studierende Vorlesungen dann, wenn sie geringere indirekte Kosten vermuten und die Lehrqualität als positiv bewerten. Zwischen der Lehrqualität und lernförderlichen Verhaltensweisen während Vorlesungen stellte sich ein großer Zusammenhang heraus. Die Frage bleibt offen, wie die Qualität der Lehre und Gestaltung von Vorlesungen gesteigert werden kann, wobei einige Ansätze vorgestellt werden sollen.

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