Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Die Konstruktion des Raums der Interessenslagen potenzieller Studierender in der Frühpädagogik

Dieser Beitrag bearbeitet zwei ineinander verschränkte Problemstellungen, eine inhaltliche und eine methodische. Zum einen ist ein differenziertes Wissen um die Interessen potenzieller Studierender für die Planung und Gestaltung von Studiengängen unerlässlich. Insbesondere im sich akademisierenden Feld der Frühpädagogik sind damit große Herausforderungen verbunden. Die Heterogenität der Gruppe der Studieninteressierten verweist auf eine Vielfalt an Präferenzen, die von der zeitlichen und räumlichen Studienstruktur bis hin zum Einsatz bestimmter Veranstaltungsmethoden reichen. Zum anderen lassen sich Daten auf der Grundlage von gängigen Analyseverfahren oftmals nicht so aufbrechen, dass die Zusammenhänge dadurch ausreichend erhellt werden könnten. Dementsprechend verfolgt der Artikel eine doppelte Zielsetzung. Erstens sollen die komplexen Interessenslagen der Studierenden erkundet und zweitens die Möglichkeiten eines innovativen geometrischen Analyseverfahrens, der multiplen Korrespondenzanalyse, ausgelotet werden. Da diese sogenannte Geometrische Datenanalyse bisher vergleichsweise selten Anwendung findet, werden die methodologischen Kernpunkte des Ansatzes zunächst ausführlich erläutert, bevor die eigentliche Analyse anhand der Umfragedaten von 489 potenziell Studieninteressierten durchgeführt wird. Im Zuge der Raumkonstruktion werden schließlich die Vorzüge einer geometrischen Modellierung deutlich, die differenziert Rückschlüsse auf die Interessenslagen potenzieller Studierender zulassen. Es wird nicht nur eine starke Differenzlinie entlang präferierter Studienformate sichtbar, sondern auch deren Zusammenhang mit biografischen Hintergründen.

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Taxonomien hochschuldidaktischer Designs und Methoden aus pädagogisch-psychologischer Sicht samt Musterbeispielen aus der aktuellen Forschung

Durch den Qualitätspakt Lehre ist das Interesse an hochschuldidaktischer Forschung in Deutschland seit 2011 stark gestiegen. Aufgrund der Interdisziplinarität der Hochschuldidaktik nutzen empirische Studien unterschiedliche Forschungsansätze. Im deutschsprachigen Raum fehlen den hochschuldidaktisch Forschenden aber oftmals anregende Vorarbeiten an den jeweiligen Hochschulen vor Ort. Dieser Beitrag möchte dem entgegenwirken und breite Möglichkeiten hochschuldidaktischer Forschung aufzeigen. Zur Klassifikation hochschuldidaktischer Studien werden verschiedene Taxonomien samt Beispielen vorgestellt: Die Makro-, Meso- und Mikro-Ebene, Donabedians (1966) Klassifikation in Prozesse, Strukturen und Ergebnisse sowie die Taxonomie in Reaktion, Lernen, Verhalten und Ergebnisse von Kirkpatrick und Kirkpatrick (2006). Forschungsdesigns wie experimentelle Feldstudien werden vorgestellt und bewertet. Abschließend werden klassische Erhebungsmethoden (Beobachtung, Dokumentenanalyse, Fragebogen, Interview und Testverfahren) behandelt und je Methode eine hochschuldidaktische Studie exemplarisch vorgestellt. Nach Möglichkeit wurden von der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik prämierte Arbeiten ausgewählt.

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Physikdidaktische Forschung in der Hochschule. Eine Übersicht über Forschungsdesigns und -methoden

Die Praxis und Wirkung des Lehrbetriebs an Hochschulen ist genuiner Forschungsgegenstand der Hochschuldidaktik. Allerdings liegen sie auch im Fokus weiterer Lehr-Lern-Wissenschaften, die z. T. andere Perspektiven einbringen. Dazu gehören auch die verschiedenen Fachdidaktiken. Im Artikel werden beispielhaft aus Sicht der Physikdidaktik Genese, Methoden und Theorien aktueller Fragestellungen und Forschungsprojekte mit Bezug zum Lehren und Lernen an Hochschulen dargestellt.

Die Physikdidaktik stellt sich dabei als Disziplin dar, die anders als die Hochschuldidaktik einen spezifischen fachbezogenen Blickwinkel einnimmt. Sie ist stark von einer Dualität von theoretischen Modellen und empirischen Untersuchungen geprägt. Obwohl sie ihre Fragestellungen anders als die Hochschuldidaktik aus einer allgemeinen Bildungsdiskussion begründet, setzt sie häufig ähnlich strukturierte Modelle z. B. vom Lernen oder von guter Lehre ein, so dass eine Anschlussfähigkeit zur Hochschuldidaktik zumindest mittelbar besteht.

Neben einer allgemeinen Verhältnisbestimmung zwischen hochschuldidaktischer und hochschulbezogener physikdidaktischer Forschung stellt der Artikel vier verbreitete fachdidaktische Forschungsrichtungen dar, die gegenwärtig im Hochschulkontext arbeiten: Die (1) fachliche Passung zwischen Voraussetzungen auf Seite der Studierenden zu den Anforderungen eines Physikstudiums; die (2) didaktische Strukturierung und Rekonstruktion fachlicher Inhalte der Hochschulphysik und deren Evaluation; die (3) Kompetenzdiskussion, welche Wirkungen des Studiums als Ganzes mit Anforderungen im Zielberuf in Beziehung setzt; letztlich den (4) Erwerb von Handlungskompetenz in einem eher von theoretischem Wissen geprägten Bildungssystem.

Der Artikel will damit einen Überblick über mögliche Anregungen für die hochschuldidaktische Forschung aus einer angrenzenden Wissenschaft geben.

 

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Das Praxissemester fachdidaktisch in den Blick nehmen – Zugänge einer interdisziplinären Forschungsgruppe an der Universität Paderborn

In vielen Bundesländern ist ein Praxissemester obligatorischer Bestandteil der Lehramtsausbildung. Zunehmend wird untersucht, ob und in welcher Form Studierende die für diesen Ausbildungsabschnitt vorgesehenen Standards erreichen. Dabei fokussieren Untersuchungen primär bildungswissenschaftliche Kompetenzbereiche. Die Frage, inwiefern das Praxissemester zum Erwerb domänenspezifischer bzw. insbesondere fachdidaktischer Kompetenzen beiträgt, lässt sich als Forschungsdesiderat konstatieren. Es ist zudem unklar, wie bestimmte Lerngelegenheiten diesen Prozess beeinflussen. Um diesem Forschungsbedarf zu begegnen, wurde an der Universität Paderborn die interdisziplinäre Forschungsgruppe Fachdidaktische Forschung im Praxissemester gegründet. Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Praxissemesters zu leisten. Am Praxissemester sind drei Ausbildungsorte beteiligt: Hochschulen, Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) und Schulen. Ein Schwerpunkt liegt daher auf der Untersuchung des kritisch-produktiven Verhältnisses von Hochschullehre und Praxis. Vor dem Hintergrund fachübergreifender Heuristiken zur Professionalisierung in der Lehrer/innenbildung, werden in diesem Artikel aktuelle Projekte der Forschungsgruppe und deren Kontexte vorgestellt und diskutiert.

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Zugänge zur Erfassung der Schreibkompetenzen von Studierenden in lehrnahen Untersuchungen: Ein Methodenkompass

Ziel dieses Beitrags ist die Vorstellung und Diskussion unterschiedlicher Methoden zur Erfassung von hochschulischen Lernprozessen. Den konzeptuellen Rahmen dafür bietet das Scholarship of Teaching and Learning (SoTL). Am Beispiel von Schreibkompetenzen werden Analysen von Textproben, Selbsteinschätzungen per Fragebogen und Interview, Protokolle lauten Denkens und standardisierte Testverfahren vorgestellt. Die Vor- und Nachteile jeder Methode werden anhand exemplarischer Fragestellungen diskutiert. Abschließend reflektiert der Beitrag die Frage, wie SoTL von Überlegungen aus mixed-methods-Ansätzen profitieren kann.

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