Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Die Ausbildung des kreativen Ingenieurs – Analyse von Curricula im Hinblick auf das Lernen von Kreativität

Kreativität ist eine zentrale 21st century skill und damit eine wichtige Kompetenz von Hochschulabsolventinnen und Absolventen. Inwieweit sich Kreativität auch als Lern- und Kompetenzziel in Hochschulcurricula widerspiegelt, ist bislang nicht untersucht. In der vorliegenden Analyse wurden daher die Studien- und Prüfungsordnungen sowie Modulhandbücher ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge (N=52) an baden-württembergischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften einer Dokumentenanalyse unterzogen, um zu prüfen, in welchem Umfang Kreativitätsausbildung Teil des Curriculums ist. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Ausbildung von Kreativität in der untersuchten Stichprobe eine untergeordnete Rolle spielt. So finden sich etwa in 22% der Studiengänge keine Hinweise, dass Kreativität strukturiert gefördert wird.

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Die Überschreitung der Regelstudienzeit an einer deutschen Fachhochschule – eine Ursachenanalyse

In einer an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven durchgeführten Untersuchung haben die Autoren die Ursachen für Überschreitungen der Regelstudienzeit mittels einer empirischen Analyse an dem Fachbereich Management, Information, Technologie und dem Fachbereich Wirtschaft der Hochschule untersucht. Die Studie über die Ursachen beinhaltet eine qualitative und eine quantitative, multivariat durchgeführte Analyse. Die Ergebnisse der quantitativen Analyse bieten einen allgemeinen Einblick auf einige Spezifika der heutigen Studierendengeneration und generelle Ursachen von Verzögerungen im Studienverlauf. In den untersuchten Fachbereichen stellte sich dabei insbesondere heraus, dass die Hochschule kaum Einfluss auf die Verzögerungen im Studienverlauf hat.

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Einfluss von Feedback auf die (Selbst-) Reflexion von Lehramtsstudierenden

In der Literatur herrscht Einigkeit darüber, dass Feedback Lernprozesse grundlegend steuern kann. Dennoch ist dieses an deutschen Hochschulen noch ein zu wenig gezielt zur Kompetenzentwicklung genutztes Instrument, so dass Studierende nur äußerst selten auf institutionalisierte Feedback- und Überarbeitungsangebote zurückgreifen können. Insbesondere für angehende Lehrkräfte sind solche Angebote jedoch zwingend erforderlich, da eine gute Lehrkraft sich nur entwickelt, wenn sie zu sich als Lehrperson und zu ihrem Unterrichten Feedback erhält und sich reflektiert. Der Beitrag evaluiert daher die Umsetzung eines institutionalisierten Feedbackangebots und wertet für eine Stichprobe von 57 Studierenden des Zwei-Fächer-Bachelor Wirtschaftswissenschaften (Schwerpunkt: Berufliche Bildung) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg inhaltsanalytisch verschriftlichte (Selbst‑) Reflexionen aus. Die Studie stellt fest, dass Feedback einen mittelstarken Effekt auf die Entwicklung der (Selbst‑) Reflexionsfähigkeit ausübt und zur Kompetenzentwicklung beiträgt.

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Erfahrungen mit dem Classroom Observation Protocol for Undergraduate STEM (COPUS) in MINT und nicht-MINT Hochschulkursen

An vielen deutschen Hochschulen finden Entwicklungsbestrebungen statt, die Hochschullehre zu verändern. Hierbei ist es ein Ziel, mehr studierendenzentrierte Lehre in die deutschen Hörsäle zu bringen. Diese Bestrebungen und Prozesse benötigen – für eine gezielte und kontinuierliche Entwicklung – Informationen darüber, was tatsächlich im Hörsaal passiert. Das Classroom Oberservation Protocol for Undergraduate STEM (COPUS) ist ein verlässliches Beobachtungswerkzeug, welches solche Informationen liefert und in den USA für MINT-Lehrveranstaltungen eingesetzt wird. Im Rahmen dieses Artikels wird untersucht, inwieweit sich dieser COPUS-Bogen in nicht-MINT-Lehrveranstaltungen nutzen lässt. Dazu wurden Lehrveranstaltungen aus dem MINT und nicht-MINT (nMINT) Bereich mit dem COPUS-Bogen dokumentiert und miteinander verglichen. Weiterhin wurden die Ergebnisse auf ihren Informationsgehalt über das Ausmaß an studierendenzentrierter Lehre untersucht. Die Auswertungen zeigen, dass der Bogen für MINT und nicht-MINT-Lehrveranstaltungen einsetzbar ist und reliable sowie valide Beobachtungsergebnisse darüber liefert, was in den Hörsälen passiert.

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Interdisziplinäre praktische Prüfungen im Medizinstudium als Feedback für die Fakultät

Marburger Studierende der Humanmedizin durchlaufen in ihrem letzten Studienjahr eine interdisziplinäre praktische Prüfung im Format Objective Structured Clinical Examination, die sogenannte OSCE Entscheidungsfindung. Von über 40 klinischen Fällen, die 18 klinischen Disziplinen und der Allgemeinmedizin als Primärversorger zugeordnet werden können, absolviert jede und jeder Studierende 3 Stationen à 20 Min. Dauer. Diese Prüfung ist geeignet, den Studierenden ein Feedback zu ihrem Lernstand zu geben. Als kompetenzorientierte Prüfung, die praktische Fertigkeiten und komplexe klinische Entscheidungen untersucht, gibt sie nicht nur Individuen eine Rückmeldung, sondern insbesondere der Fakultät, nämlich zu ihrer Lehre. Die Ergebnisse der Analyse der OSCE-Daten aus dem Studienjahr 2014/2015 zeigen, dass Marburger Medizinstudierende im Durchschnitt sowohl auf fachliche Anforderungen als auch auf die Arzt-Patienten-Interaktion gut vorbereitet sind, dass einzelne Studierende jedoch in mehreren Kompetenzbereichen in verschiedenen Fächern Defizite aufweisen.

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