Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Physikdidaktische Forschung in der Hochschule. Eine Übersicht über Forschungsdesigns und -methoden

Die Praxis und Wirkung des Lehrbetriebs an Hochschulen ist genuiner Forschungsgegenstand der Hochschuldidaktik. Allerdings liegen sie auch im Fokus weiterer Lehr-Lern-Wissenschaften, die z.T. andere Perspektiven einbringen. Dazu gehören auch die verschiedenen Fachdidaktiken. Im Artikel werden beispielhaft aus Sicht der Physikdidaktik Genese, Methoden und Theorien aktueller Fragestellungen und Forschungsprojekte mit Bezug zum Lehren und Lernen an Hochschulen dargestellt.

Die Physikdidaktik stellt sich dabei als Disziplin dar, die anders als die Hochschuldidaktik einen spezifischen fachbezogenen Blickwinkel einnimmt. Sie ist stark von einer Dualität von theoretischen Modellen und empirischen Untersuchungen geprägt. Obwohl sie ihre Fragestellungen anders als die Hochschuldidaktik aus einer allgemeinen Bildungsdiskussion begründet, setzt sie häufig ähnlich strukturierte Modelle z.B. vom Lernen oder von guter Lehre ein, so dass eine Anschlussfähigkeit zur Hochschuldidaktik zumindest mittelbar besteht.

Neben einer allgemeinen Verhältnisbestimmung zwischen hochschuldidaktischer und hochschulbezogener physikdidaktischer Forschung stellt der Artikel vier verbreitete fachdidaktische Forschungsrichtungen dar, die gegenwärtig im Hochschulkontext arbeiten: Die (1) fachliche Passung zwischen Voraussetzungen auf Seite der Studierenden zu den Anforderungen eines Physikstudiums; die (2) didaktische Strukturierung und Rekonstruktion fachlicher Inhalte der Hochschulphysik und deren Evaluation; die (3) Kompetenzdiskussion, welche Wirkungen des Studiums als Ganzes mit Anforderungen im Zielberuf in Beziehung setzt; letztlich den (4) Erwerb von Handlungskompetenz in einem eher von theoretischem Wissen geprägten Bildungssystem.

Der Artikel will damit einen Überblick über mögliche Anregungen für die hochschuldidaktische Forschung aus einer angrenzenden Wissenschaft geben.

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Das Praxissemester fachdidaktisch in den Blick nehmen – Zugänge einer interdisziplinären Forschungsgruppe an der Universität Paderborn

In vielen Bundesländern ist ein Praxissemester obligatorischer Bestandteil der Lehramtsausbildung. Zunehmend wird untersucht, ob und in welcher Form Studierende die für diesen Ausbildungsabschnitt vorgesehenen Standards erreichen. Dabei fokussieren Untersuchungen primär bildungswissenschaftliche Kompetenzbereiche. Die Frage, inwiefern das Praxissemester zum Erwerb domänenspezifischer bzw. insbesondere fachdidaktischer Kompetenzen beiträgt, lässt sich als Forschungsdesiderat konstatieren. Es ist zudem unklar, wie bestimmte Lerngelegenheiten diesen Prozess beeinflussen. Um diesem Forschungsbedarf zu begegnen, wurde an der Universität Paderborn die interdisziplinäre Forschungsgruppe Fachdidaktische Forschung im Praxissemester gegründet. Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Praxissemesters zu leisten. Am Praxissemester sind drei Ausbildungsorte beteiligt: Hochschulen, Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) und Schulen. Ein Schwerpunkt liegt daher auf der Untersuchung des kritisch-produktiven Verhältnisses von Hochschullehre und Praxis. Vor dem Hintergrund fachübergreifender Heuristiken zur Professionalisierung in der Lehrer/innenbildung, werden in diesem Artikel aktuelle Projekte der Forschungsgruppe und deren Kontexte vorgestellt und diskutiert.

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Zugänge zur Erfassung der Schreibkompetenzen von Studierenden in lehrnahen Untersuchungen: Ein Methodenkompass

Ziel dieses Beitrags ist die Vorstellung und Diskussion unterschiedlicher Methoden zur Erfassung von hochschulischen Lernprozessen. Den konzeptuellen Rahmen dafür bietet das Scholarship of Teaching and Learning (SoTL). Am Beispiel von Schreibkompetenzen werden Analysen von Textproben, Selbsteinschätzungen per Fragebogen und Interview, Protokolle lauten Denkens und standardisierte Testverfahren vorgestellt. Die Vor- und Nachteile jeder Methode werden anhand exemplarischer Fragestellungen diskutiert. Abschließend reflektiert der Beitrag die Frage, wie SoTL von Überlegungen aus mixed-methods-Ansätzen profitieren kann.

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Bridging the gap. Research as a practice to link higher education research and educational development

Research into higher education has gained momentum over the last two decades. Higher education research results, however, are often not sufficiently integrated in educational development processes. Also, vice versa, educational development’s knowledge and experience tends to be not extensively considered in the design of new research projects. The following paper argues that the phenomenon of a mutual alienness between higher education research and educational development can be explained by three system-specific challenges: Firstly, higher education constitutes itself at multiple levels and across multiple academic disciplines and hence is researched by different academic disciplines; secondly, higher education research fluctuates between being either descriptive or activating and consequently suffers from either lack of practical relevance or methodological rigor; thirdly, higher education research and educational development belong to different organisational sub-systems, i. e. the knowledge-producing and the organisation developing system. As one possible way to overcome these challenges, research as a common practice between the systems is advocated.

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Einstellung von Lehrenden zum Selbststudium

Bisher wurde bei der Erforschung des Selbststudiums einseitig die Sicht der Studierenden fokussiert, wobei Fragen zur Zeiteinteilung, zum bevorzugten Lernort oder zur Betreuung durch Lehrende im Vordergrund standen.

Hingegen unklar ist die Sicht der Lehrenden auf das Selbststudium bzw. die damit zusammenhängende Einstellung. Im vorliegenden Artikel wird eine explorative Studie vorgestellt, in deren Rahmen zehn Lehrende an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in Deutschland zu ihrer Einstellung bezüglich des begleitenden Selbststudiums befragt wurden. Gegenstand der Untersuchung waren hierbei die kognitive und affektive Einstellung der Lehrenden zum Selbststudium und deren Auswirkung auf das Verhalten (Gestaltung/Unterstützung des begleiteten Selbststudiums).

Die Ergebnisse weisen auf ein breites Einstellungsspektrum hin, das sich sowohl in den kognitiven und affektiven Komponenten widerspiegelt als auch in den von den Interviewten beschriebenen Unterstützungsmaßnahmen. Die Studie greift damit einen Aspekt des Selbststudiums auf, der bisher noch wenig erforscht ist, und sie kann dazu anregen, die eigene professionelle Kompetenz zu reflektieren.

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