Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Erfahrungen mit dem Classroom Observation Protocol for Undergraduate STEM (COPUS) in MINT und nicht-MINT Hochschulkursen

An vielen deutschen Hochschulen finden Entwicklungsbestrebungen statt, die Hochschullehre zu verändern. Hierbei ist es ein Ziel, mehr studierendenzentrierte Lehre in die deutschen Hörsäle zu bringen. Diese Bestrebungen und Prozesse benötigen – für eine gezielte und kontinuierliche Entwicklung – Informationen darüber, was tatsächlich im Hörsaal passiert. Das Classroom Oberservation Protocol for Undergraduate STEM (COPUS) ist ein verlässliches Beobachtungswerkzeug, welches solche Informationen liefert und in den USA für MINT-Lehrveranstaltungen eingesetzt wird. Im Rahmen dieses Artikels wird untersucht, inwieweit sich dieser COPUS-Bogen in nicht-MINT-Lehrveranstaltungen nutzen lässt. Dazu wurden Lehrveranstaltungen aus dem MINT und nicht-MINT (nMINT) Bereich mit dem COPUS-Bogen dokumentiert und miteinander verglichen. Weiterhin wurden die Ergebnisse auf ihren Informationsgehalt über das Ausmaß an studierendenzentrierter Lehre untersucht. Die Auswertungen zeigen, dass der Bogen für MINT und nicht-MINT-Lehrveranstaltungen einsetzbar ist und reliable sowie valide Beobachtungsergebnisse darüber liefert, was in den Hörsälen passiert.

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Interdisziplinäre praktische Prüfungen im Medizinstudium als Feedback für die Fakultät

Marburger Studierende der Humanmedizin durchlaufen in ihrem letzten Studienjahr eine interdisziplinäre praktische Prüfung im Format Objective Structured Clinical Examination, die sogenannte OSCE Entscheidungsfindung. Von über 40 klinischen Fällen, die 18 klinischen Disziplinen und der Allgemeinmedizin als Primärversorger zugeordnet werden können, absolviert jede und jeder Studierende 3 Stationen à 20 Min. Dauer. Diese Prüfung ist geeignet, den Studierenden ein Feedback zu ihrem Lernstand zu geben. Als kompetenzorientierte Prüfung, die praktische Fertigkeiten und komplexe klinische Entscheidungen untersucht, gibt sie nicht nur Individuen eine Rückmeldung, sondern insbesondere der Fakultät, nämlich zu ihrer Lehre. Die Ergebnisse der Analyse der OSCE-Daten aus dem Studienjahr 2014/2015 zeigen, dass Marburger Medizinstudierende im Durchschnitt sowohl auf fachliche Anforderungen als auch auf die Arzt-Patienten-Interaktion gut vorbereitet sind, dass einzelne Studierende jedoch in mehreren Kompetenzbereichen in verschiedenen Fächern Defizite aufweisen.

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Umgedrehte Hochschullehre. Eine Experimentalstudie zur Rolle von Lernvideos und aktivem Lernen im Flipped Teaching

Die Lehr-Lern-Form Flipped Teaching stellt eine Möglichkeit dar, Hochschullehre aktiver und individueller zu gestalten. Wenngleich der Ansatz vielfach erprobt ist und es bereits eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien dazu gibt, wurden einige Aspekte nach wie vor noch nicht empirisch untersucht. Beispielsweise erscheint die Frage von Bedeutung, wie sich die Selbstlernphase, welche in der Regel mittels Lernvideos ausgestaltet wird, sowie die Präsenzphase, in welcher typischerweise aktive Lehrmethoden angewendet werden, auf den Lernerfolg auswirken. Hierzu wurde eine Experimentalstudie mit Hochschulstudierenden (N=50) durchgeführt. Die Studie kann zeigen, dass durchschnittlich hohe subjektive Bewertungen des Lerninputs (Video) nicht zu überdurchschnittlichen Lernergebnissen führt, dass jedoch die Qualität des Inputs einen Faktor darstellt, der das aktive Lernen der Präsenzphase begünstigt. Es konnte festgestellt werden, dass alle Gruppen – sowohl Experimental- als auch die beiden Kontrollgruppen – von den Aktivitäten der Präsenzphase profitierten und ihre Lernergebnisse im Vergleich zum Eingangstest steigern konnten. Es konnte aber kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen in Bezug auf das Lernergebnis festgestellt werden.

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Jedes Medium ist anders: Akzeptanz unterschiedlicher digitaler Medien in der Hochschullehre

Bemühungen zur effektiven und nachhaltigen Implementation von digitalen Medien in der Hochschullehre sind bisher nicht immer geglückt. Ein mögliches Problem könnte sein, dass unterschiedliche Medien bisher nicht differenziert behandelt wurden und der Kenntnisstand zu unspezifisch ist. In der vorliegenden Untersuchung wird daher in einer randomisierten querschnittlichen Fragebogenerhebung an 84 Hochschullehrenden untersucht, inwieweit es bei der Implementation Unterschiede in der Akzeptanz und ihren Einflussfaktoren zwischen verschiedenen Technologien (digitale Medien im Allgemeinen, Interactive Whiteboards, Lernmanagement- und Abstimmungssysteme) gibt. Ziel ist es, differenzierte Handlungsempfehlungen zur Implementation zu entwickeln.

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Vergleichende Analyse zweier Portfoliokonzepte zur Beförderung der (Selbst-)Reflexionsfähigkeit bei Studierenden der Wirtschaftspädagogik

Das Portfoliokonzept ist in jüngerer Zeit eines der am stärksten diskutierten Konzepte zur Unterstützung der Professionalisierung, insbesondere in der Lehrerbildung. So finden an Universitäten immer häufiger Portfolios ihren Einsatz. Die Entscheidung für oder gegen den Einsatz eines Portfolios stellt jedoch nur die erste einer Vielzahl von hochschuldidaktischen Entscheidungen in der Lehre dar. So sind beispielsweise die Zielsetzungen, Funktionen, Inhaltsbereiche, Aufgabenformate und gegebenenfalls (elektronische) Unterstützungen zu definieren und auszugestalten. Ergo führt diese Vielzahl an didaktischen Entscheidungen zum Entstehen einer großen Variation an unterschiedlichen Portfoliokonzepten. Der folgende Beitrag fokussiert zwei Portfoliokonzepte, die in ihrer primären Zielsetzung, nämlich der Entwicklung der (Selbst-)Reflexionsfähigkeit von Studierenden der Wirtschaftspädagogik, die gleiche Ausrichtung verfolgen, sich in ihrer Ausgestaltung jedoch zum Teil deutlich unterscheiden. Es wird im Folgenden eine vergleichende Analyse beider Konzepte, die an den Universi-täten Graz und Oldenburg eingesetzt werden, vorgenommen, um jeweils Impulse zur Modifikation und Adaption aus und für beide Portfoliokonzepte zu gewinnen.

  diehochschullehre_2018_Jahncke_et_al_Portfoliokonzepte (1,6 MiB, 201 Hits)

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