Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Umgedrehte Hochschullehre. Eine Experimentalstudie zur Rolle von Lernvideos und aktivem Lernen im Flipped Teaching

Die Lehr-Lern-Form Flipped Teaching stellt eine Möglichkeit dar, Hochschullehre aktiver und individueller zu gestalten. Wenngleich der Ansatz vielfach erprobt ist und es bereits eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien dazu gibt, wurden einige Aspekte nach wie vor noch nicht empirisch untersucht. Beispielsweise erscheint die Frage von Bedeutung, wie sich die Selbstlernphase, welche in der Regel mittels Lernvideos ausgestaltet wird, sowie die Präsenzphase, in welcher typischerweise aktive Lehrmethoden angewendet werden, auf den Lernerfolg auswirken. Hierzu wurde eine Experimentalstudie mit Hochschulstudierenden (N=50) durchgeführt. Die Studie kann zeigen, dass durchschnittlich hohe subjektive Bewertungen des Lerninputs (Video) nicht zu überdurchschnittlichen Lernergebnissen führt, dass jedoch die Qualität des Inputs einen Faktor darstellt, der das aktive Lernen der Präsenzphase begünstigt. Es konnte festgestellt werden, dass alle Gruppen – sowohl Experimental- als auch die beiden Kontrollgruppen – von den Aktivitäten der Präsenzphase profitierten und ihre Lernergebnisse im Vergleich zum Eingangstest steigern konnten. Es konnte aber kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen in Bezug auf das Lernergebnis festgestellt werden.

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Jedes Medium ist anders: Akzeptanz unterschiedlicher digitaler Medien in der Hochschullehre

Bemühungen zur effektiven und nachhaltigen Implementation von digitalen Medien in der Hochschullehre sind bisher nicht immer geglückt. Ein mögliches Problem könnte sein, dass unterschiedliche Medien bisher nicht differenziert behandelt wurden und der Kenntnisstand zu unspezifisch ist. In der vorliegenden Untersuchung wird daher in einer randomisierten querschnittlichen Fragebogenerhebung an 84 Hochschullehrenden untersucht, inwieweit es bei der Implementation Unterschiede in der Akzeptanz und ihren Einflussfaktoren zwischen verschiedenen Technologien (digitale Medien im Allgemeinen, Interactive Whiteboards, Lernmanagement- und Abstimmungssysteme) gibt. Ziel ist es, differenzierte Handlungsempfehlungen zur Implementation zu entwickeln.

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Vergleichende Analyse zweier Portfoliokonzepte zur Beförderung der (Selbst-)Reflexionsfähigkeit bei Studierenden der Wirtschaftspädagogik

Das Portfoliokonzept ist in jüngerer Zeit eines der am stärksten diskutierten Konzepte zur Unterstützung der Professionalisierung, insbesondere in der Lehrerbildung. So finden an Universitäten immer häufiger Portfolios ihren Einsatz. Die Entscheidung für oder gegen den Einsatz eines Portfolios stellt jedoch nur die erste einer Vielzahl von hochschuldidaktischen Entscheidungen in der Lehre dar. So sind beispielsweise die Zielsetzungen, Funktionen, Inhaltsbereiche, Aufgabenformate und gegebenenfalls (elektronische) Unterstützungen zu definieren und auszugestalten. Ergo führt diese Vielzahl an didaktischen Entscheidungen zum Entstehen einer großen Variation an unterschiedlichen Portfoliokonzepten. Der folgende Beitrag fokussiert zwei Portfoliokonzepte, die in ihrer primären Zielsetzung, nämlich der Entwicklung der (Selbst-)Reflexionsfähigkeit von Studierenden der Wirtschaftspädagogik, die gleiche Ausrichtung verfolgen, sich in ihrer Ausgestaltung jedoch zum Teil deutlich unterscheiden. Es wird im Folgenden eine vergleichende Analyse beider Konzepte, die an den Universi-täten Graz und Oldenburg eingesetzt werden, vorgenommen, um jeweils Impulse zur Modifikation und Adaption aus und für beide Portfoliokonzepte zu gewinnen.

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Mythos Praxis um jeden Preis? Die Wurzeln und Modellierung des Lehr-Lern-Labors

Lehr-Lern-Labor-Seminare sind seit vielen Jahren in der Naturwissenschaftsdidaktik und seit kurzem auch in der geisteswissenschaftlichen Didaktik anzutreffende universitäre Seminarkonzepte, die mehrmalige Schüler*innenbesuche an der Universität implementieren.
Diese bewirken auf den ersten Blick eine Erhöhung der Praxisanteile im Lehramtsstudium, die dem Wunsch nach mehr Praxis vieler Studierender entgegenzukommen scheint und dem zu theoretisch anmutenden Lehramtsstudium entgegenwirkt.
Analysiert man die Situation allerdings genauer, so erscheint nicht ein „mehr“ an Praxis, sondern „bessere“ d.h. mit Theorie vernetzte, reflektierte Praxis als wünschenswert für eine moderne, adäquate Lehramtsausbildung in der ersten Phase.
Die Lehr-Lern-Labor-Seminare können eine solche, „bessere“ Praxis bieten, sie müssen allerdings eine Reihe von Kriterien erfüllen. Hierzu zählt nicht nur eine längst überfällig erscheinende Definition und theoretische Modellierung des Lehrformats, sondern auch die explizite Einbettung theoretischer und reflexiver Phasen. Ersteres wird in diesem Beitrag erarbeitet und vorgestellt, letzteres bedarf einer empirischen Prüfung, die auch im Lehr-Lern-Labor-Seminar-Projekt der Freien Universität Berlin vorgenommen wird.

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Die Konstruktion des Raums der Interessenslagen potenzieller Studierender in der Frühpädagogik

Dieser Beitrag bearbeitet zwei ineinander verschränkte Problemstellungen, eine inhaltliche und eine methodische. Zum einen ist ein differenziertes Wissen um die Interessen potenzieller Studierender für die Planung und Gestaltung von Studiengängen unerlässlich. Insbesondere im sich akademisierenden Feld der Frühpädagogik sind damit große Herausforderungen verbunden. Die Heterogenität der Gruppe der Studieninteressierten verweist auf eine Vielfalt an Präferenzen, die von der zeitlichen und räumlichen Studienstruktur bis hin zum Einsatz bestimmter Veranstaltungsmethoden reichen. Zum anderen lassen sich Daten auf der Grundlage von gängigen Analyseverfahren oftmals nicht so aufbrechen, dass die Zusammenhänge dadurch ausreichend erhellt werden könnten. Dementsprechend verfolgt der Artikel eine doppelte Zielsetzung. Erstens sollen die komplexen Interessenslagen der Studierenden erkundet und zweitens die Möglichkeiten eines innovativen geometrischen Analyseverfahrens, der multiplen Korrespondenzanalyse, ausgelotet werden. Da diese sogenannte Geometrische Datenanalyse bisher vergleichsweise selten Anwendung findet, werden die methodologischen Kernpunkte des Ansatzes zunächst ausführlich erläutert, bevor die eigentliche Analyse anhand der Umfragedaten von 489 potenziell Studieninteressierten durchgeführt wird. Im Zuge der Raumkonstruktion werden schließlich die Vorzüge einer geometrischen Modellierung deutlich, die differenziert Rückschlüsse auf die Interessenslagen potenzieller Studierender zulassen. Es wird nicht nur eine starke Differenzlinie entlang präferierter Studienformate sichtbar, sondern auch deren Zusammenhang mit biografischen Hintergründen.

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