Paderborner Beiträge

Förderung von Kreativität in studentischen Kleingruppenprojekten in der Informatik – Ein Prototyping-basierter Ansatz

Dieser Artikel erörtert, ob in studentischen Kleingruppenprojekten in der Informatik Kreativität und die Erarbeitung kreativer Ideen explizit gefördert werden kann. Dazu wird ein Seminarkonzept detailliert vorgestellt, welches auf zwei Grundkonzepten der Informatikpraxis beruht: agiles Projektvorgehen und Prototyping. Die Teilnehmenden des Seminars wurden gezielt in einen Kreativitätsprozess geleitet, indem sie für gegebene moderne Technologien (Virtual Reality, Augmented Reality, Drohnen, etc.) neuartige Nutzungsszenarien entwickeln sollten. Um zu evaluieren, ob das Lehrkonzept erfolgreich ist, wird sowohl die produktbezogene als auch die prozessbezogene Kreativität betrachtet. Für die produktbezogene Kreativität werden die von den Teilnehmenden erstellten Projektideen inklusive der benutzten Prototypingtechnik vorgestellt und bewertet. Die Teilnehmenden haben nicht nur eine enorme Breite an Ideen entwickelt (in der Summe ca. 40 bei 16 Teilnehmenden), sondern insbesondere auch acht Ideen im Verlaufe des Seminars sehr konkret weiterentwickelt. Hinsichtlich der prozessbezogenen Kreativität wird das Lehrkonzept durch mehrere Fragebögen eruiert. Die Studierenden sind mit dem Seminar, der Herangehensweise und den Ergebnissen sehr zufrieden, was unter anderem durch die äußerst positive studentische Veranstaltungskritik (u.a. 1,0 für den Gesamteindruck sowie Atmosphäre in der Veranstaltung) und die Auswertung der Evaluationsfragebögen unterstrichen wird. Auch von externen Beobachtern werden die erarbeiteten Ergebnisse und der Einsatz von Prototyping als sehr positiv bewertet.

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Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen und Lehrpersönlichkeit. Eine additive Praxisphase der Universität Paderborn

Die beschriebene Forschung untersucht die Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen und Lehrpersönlichkeit (EpLL) von Absolvent*innen des Projektes Vielfalt stärken – Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache. Anhand von Interviewaussagen Lehramtsstudierender wird die Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen sowie der Lehrpersönlichkeit ermittelt. Die Oberkategorien zur allgemeinen Lehrkompetenz, spezifisch zur individuellen Sprachförderung sowie zur Lehrpersönlichkeit, werden den Unterkategorien Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen sowie Lernfeldern zugewiesen. Die Absolvent*innen beschreiben ihre professionelle Entwicklung in dem Projekt durchgehend positiv. Besonders werden Fortschritte in den Fähigkeiten wahrgenommen, individuell zu fördern, Sprachentwicklung zu diagnostizieren sowie Unterricht zu planen und durchzuführen. Bezüglich ihrer Lehrpersönlichkeit fühlen sie sich sicherer in ihrer Rolle als Lehrperson, erkennen diese als langfristige Entwicklungsaufgabe und haben eine positive Einstellung gegenüber dem zukünftigen Berufsfeld. Schule und Begleitseminar nehmen gleich häufig das meist genannte Lernfeld ein, die Theorie-Praxis-Verzahnung wird seltener genannt. Zusammengenommen bestätigt die Forschung die Relevanz intensiv betreuter, studienbegleitender Praxiselemente mit einem hohen eigenaktiven Lehranteil als förderlich für die selbst-eingeschätzte Professionalisierung in schulpraktischen Kompetenzen und der Lehrpersönlichkeit.

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Einsatz von Classroom-Response-Systemen und Peer Instruction in der Veranstaltung Grundlagen von Datenbanken

Die Einbindung von Studierenden durch Zwischenfragen und kleinere Aufgaben in eine Vorlesung mit mehr als 100 Teilnehmern stellt eine Herausforderung dar. Zum Beispiel dürfen Antworten bzw. Lösungen nicht nur einzelnen Studierenden eingebracht werden, da sonst nicht überprüft werden kann, ob ein Großteil der Anwesenden die Inhalte verstanden hat. Dieser Artikel beschreibt die Neugestaltung der Einbindung von Studierenden in eine Informatiklehrveranstaltung. Hierfür wurde ein Katalog an Fragen erstellt, der sich für den Einsatz von Classroom-Response-Systemen eignet. Diese Fragen wurden gezielt so formuliert, dass gängige Fehlannahmen bereits frühzeitig in der Vorlesung erkannt werden können. Darüber hinaus wurde die Methode Peer Instruction angewandt, um zu fördern, dass sich Studierende tiefer mit dem Sachverhalt der Fragen auseinandersetzen und lernen, ihre Antworten gegenüber Mitstudierenden in einer Gruppendiskussion zu begründen. In über 70 % der Fälle führte die Gruppendiskussion bei einer zweiten Abstimmung zu einem um 27 % verbesserten Ergebnis. Der Einsatz von Classroom-Response-Systemen und auch Peer Instruction wirkte sehr aktivierend und wurde von Studierenden als sehr positiv hervorgehoben.

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Eine Untersuchung mit Studierenden über den Umgang mit ihrer Zeit

In einem Seminar zu wissenschaftlichen Arbeitstechniken bearbeiteten Studierende u. a. das Thema Zeitmanagement. Ein wesentlicher Schritt zur effizienteren Nutzung der eigenen Zeit bestand dabei darin, sich des eigenen Verhaltens bewusst zu werden. Diese bewusst gewordenen Verhaltensmuster werden persönlichen Zielen gegenübergestellt, woran ein individueller Entscheidungsprozess über das weitere Vorgehen anknüpfte. Die vorliegende Studie bestand im Kern aus einer einwöchigen, intensiven Selbstbeobachtung mit stündlicher Aufzeichnung der Aktivitäten. Die Teilnehmer/-innen bekamen außerdem vor und nach dieser Intervention und noch einmal sieben Wochen später einen standardisierten Fragebogen ausgehändigt, der messen sollte, ob Veränderungen in der Planung, Zielsetzung, Organisation und Zeitnutzung verursacht wurden. Die Auswertung der Daten zeigte zwar eine signifikante Änderung in der Zeitnutzung, jedoch keine in den anderen Bereichen.

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Tiefenlernen durch Concept Maps mit Reflexionsanteilen

Ergebnisse neuerer Lernforschung verweisen auf die Bedeutsamkeit des deep level learning im Sinne eines sogenannten Tiefenlernens in der Hochschullehre. Hierzu zählen tiefenorientierte Lernstrategien, die es dem Lernenden u.a. ermöglichen, das neue Wissen an bereits bestehende Strukturen anzuknüpfen und über logische Zusammenhänge nachzudenken. Eine exemplarische Methode, die diese Ziele unterstützt, ist die Concept Map. Auch Methoden, die die reflexive Praxis der Studierenden fokussieren, sind den tiefenorientierten Lernstrategien zuzuordnen. Daran schließt dieses Forschungsprojekt an, indem beide Elemente in Form einer neuen Methode kombiniert werden, um zum einen das Tiefenlernen der Studierenden zu fördern und zum anderen einen Brückenschlag zwischen verschiedenen Seminaren innerhalb eines Moduls herzustellen. Diese neu entwickelte Methode Concept Maps mit Reflexionsanteilen wurde semesterbegleitend von 16 Grundschullehramts-Studierenden des Fachs Sachunterricht erprobt und die so entstandenen Materialien inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse der Studie zeigen, dass tiefenorientiertes Lernen bereits frühzeitig angebahnt werden kann und dass die Studierenden dadurch inhaltliche Verbindungen zwischen den Seminaren erkennen und verstehen.

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