Praxisforschung

Forschen über eigene Lehre

Unter der Überschrift „Praxisforschung“ akzeptieren wir Beiträge von Lehrenden, die ihre Hochschullehre selbst forschend reflektieren und hinterfragen (sog. Scholarship of Teaching and Learning). Wir erwarten die Bearbeitung einer lehr-lernbezogenen Fragestellung, die empirisch oder theoretisch anhand des eigenen Unterrichts aufgearbeitet wird, ohne dass dabei die Qualität einer echten Forschungsarbeit erreicht werden muss. Die Beiträge sollten aber auf einschlägige Fachliteratur zurückgreifen.


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Universität Paderborn (17)

Forschendes Lernen lernen. Zu den didaktischen und emotionalen Herausforderungen der Integration von Lernen über, für und durch Forschung

Forschendes Lernen gilt als die Königsdisziplin explorativer Lehr-/Lernformen. Obwohl theoretisch-abstrakt hinreichend beschrieben und durch eine Vielzahl praktischer Beispiele dokumentiert, gilt die Umsetzung in der Praxis als schwierig. Im vorliegenden Beitrag wird ein Sieben-Phasen-Modell vorgestellt, das helfen soll, die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu überbrücken. Dabei werden die Erscheinungsformen Lernen über Forschung, Lernen für Forschung und Lernen durch Forschung im Rahmen eines didaktischen Modells integriert. Das Konzept wird am betriebswirtschaftlichen Modul Corporate Finance exemplifiziert. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden kritisch reflektiert. Im Ergebnis lassen sich drei zentrale Herausforderungen isolieren: Studierende müssen erstens die Kluft zwischen Rezeption und Produktion überwinden. Dafür ist zweitens die Fähigkeit zur Selbst- und Emotionsregulation erforderlich, die heterogene Studierende in unterschiedlichem Maße mitbringen. Drittens müssen Lehrende ihr Selbstbild zur Disposition stellen, um Studierenden ausreichenden Freiraum für die Entwicklung eigener Forschungskompetenzen zu geben.

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Digitale Kompetenzen an der Fachhochschule

Die Hochschule Luzern – Wirtschaft bietet praxisorientierte Bachelor- und Master-Studiengänge an. Um den Bedarf an digitalen Kompetenzen der Studierenden zu erhe-ben, wurden qualitative und quantitative Untersuchungen bei den Studierenden, bei den Dozierenden und bei Vertretern aus der Wirtschaft durchgeführt. Ein Vergleich zwischen den drei Anspruchsgruppen zeigt eine große Übereinstimmung. Die als am wichtigsten eingestuften digitalen Kompetenzen sind danach: 1. Arbeitstechniken einsetzen, 2. Infor-mationen suchen und beurteilen, 3. Inhalte mediengerecht aufbereiten, 4. Daten und Strukturen visualisieren. Einzig bei der Einschätzung der Social Media gehen die Ergebnis-se weit auseinander. Die Ergebnisse der Untersuchung fließen in die Weiterentwicklung des Lehrplans ein.

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Entwicklung rhetorischer Vortragskompetenzen im Seminar – Ergebnisse einer Pilotstudie

Die vorliegende Studie beinhaltet die Evaluierung eines Seminars, welches das Halten von Referaten thematisiert und in dem die Verbesserung der Vortragsqualität von Studierenden im Vordergrund steht. Im Fokus steht die Wirkung der angewandten Lehrmethoden. Dabei wurden die eigenen Fähigkeiten und Empfindungen der zehn Kursteilnehmenden zu verschiedenen Zeitpunkten im Verlauf des Kurses abgefragt. Des Weiteren wurde die Vortragsqualität der Studierenden anhand eines rhetorischen Kriterienkatalogs beurteilt. Diese Beurteilung erfolgte durch drei Sprechwissenschaft-ler/innen und drei Psychologiestudierende. Die Ergebnisse zeigen eine Verbesserung der Vortragsweise bei den Studierenden in einem Vorher-Nachher-Vergleich und sprechen somit für die Wirksamkeit des Kurskonzeptes.

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Den roten Faden knüpfen: Textlinguistisch motivierte Interventionseinheiten zur Förderung der Schreibkompetenz von Studierenden

Das Ziel des vorliegenden Aufsatzes ist es, die Anwendbarkeit von linguistischen Erkenntnissen über Textzusammenhänge für die Konzeption von Trainings zur Schreibkompetenzförderung bei Studierenden aufzuzeigen. Zunächst werden wesentliche Aspekte der Produktion und Rezeption schriftlicher Texte umrissen, indem die kommunikative Funktion von Texten hervorgehoben wird. Daran anknüpfend wird das Konzept der Textkohärenz auf globaler und lokaler Textebene mithilfe des sog. Quaestio-Modells sowie der informationsstrukturellen Dimension Topik/Kommentar näher beschrieben. In einem weiteren Schritt werden daraus zwei Interventionseinheiten abgeleitet und im Rahmen zweier halbtägiger Schreibtrainings für Bachelor-studierende systematisch evaluiert. Der Evaluationsdurchgang wird als vorläufig im Sinne einer an Design-Based Research (DBR) orientierten Vorgehensweise verstan-den. Trotz der relativ kurzen Interventionsphasen deutet sich in den Ergebnissen eine unmittelbare Wirksamkeit der beiden Trainingseinheiten mit starken Effektgrößen in den anvisierten Kompetenzbereichen an.

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Wissenschaftlich schreiben lernen integriert in die Vermittlung von Verwaltungskompetenzen – Ein Praxisprojekt

Die Bachelorthesis stellt für Studierende in den dualen Studiengängen der Fachhoch-schule für öffentliche Verwaltung NRW häufig eine sehr große Herausforderung dar, auf die sie durch ihr Studium nicht immer optimal vorbereitet sind, weil die Anlässe zur eigen-ständigen Textproduktion fehlen. Der vorliegende Artikel beschreibt ein Lehrprojekt, in dem es darum ging, Studierende im Rahmen fachlicher Lehrveranstaltungen beim Aufbau von wissenschaftlicher Schreibkompetenz zu unterstützen. Schreiben wurde dabei in der Fachlehre gezielt als Lernmedium eingesetzt, um es darüber auch zum Lerngegenstand machen zu können.

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