Praxisforschung

Forschen über eigene Lehre

Unter der Überschrift „Praxisforschung“ akzeptieren wir Beiträge von Lehrenden, die ihre Hochschullehre selbst forschend reflektieren und hinterfragen (sog. Scholarship of Teaching and Learning). Wir erwarten die Bearbeitung einer lehr-lernbezogenen Fragestellung, die empirisch oder theoretisch anhand des eigenen Unterrichts aufgearbeitet wird, ohne dass dabei die Qualität einer echten Forschungsarbeit erreicht werden muss. Die Beiträge sollten aber auf einschlägige Fachliteratur zurückgreifen.


Universität Frankfurt (5)
Universität Paderborn (24)

Kommunikation und E-Learning: Bedingungen, Gestaltungsmöglichkeiten und Qualitätssicherung beim Einsatz von Foren in der Hochschullehre

Aufbauend auf pädagogisch-psychologischen Hintergründen zum Lernen durch Kommunikation und aktuellen Forderungen zur Entwicklung von Medienkompetenz wird im Artikel der Einsatz von Foren in der Lehre aus theoretischer und praxisorientierter Perspektive betrachtet. Zunächst werden die Potentiale und Besonderheiten von Foren als asynchrones und schriftliches Kommunikationsformat anhand zentraler lernpsychologischer Theorien und Befunde herausgestellt. Dann werden didaktische Maßnahmen zur Unterstützung einer regelmäßigen Partizipation sowie lernförderlichen transaktiven Kommunikation vorgestellt. Der Fokus wird auf die Rolle von Moderationsprozessen durch Lehrende und Peers sowie auf Möglichkeiten des Einsatzes von Kooperationsskripts als instruktionale Strukturierungshilfe für Argumentations- und Austauschprozesse gelegt. Auf dieser Grundlage werden konkrete didaktische Szenarien und deren Umsetzung im virtuellen Raum abgeleitet und veranschaulicht. Im Anschluss werden Vorschläge gemacht, wie die Wirksamkeit der vorgestellten Maßnahmen anhand von Indikatoren für Partizipation und Lern- und Kompetenzerwerb überprüft und gesichert werden kann. Abschließend werden Implikationen für die praktische Umsetzung und zukünftige Forschungsvorhaben diskutiert.

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Ein Schlüssel zur Förderung mehrsprachiger Kompetenzen im Schulunterricht: Selbsterfahrung in der Lehrkräfteprofessionalisierung

Lange Zeit wurde die hohe Relevanz sprachlicher Kompetenzen für eine erfolgreiche Bildungsbeteiligung in Deutschland übersehen, nun gewinnen diese Aspekte jedoch immer mehr Bedeutung in der Forschung, in der Professionalisierung von Lehrkräften und in der Unterrichtspraxis. Trotz der sprachlichen Vielfalt in den Klassenzimmern sowie der so genannten multilingualen Wende in der Forschung ist die Förderung sprachlicher Kompetenzen im Unterricht noch weitgehend auf die monolinguale Perspektive der Mehrheitssprache Deutsch ausgerichtet. So bleibt ein enormes mehrsprachiges Potenzial unberücksichtigt. Für die Lehrkräfte, die hierbei eine Schlüsselrolle spielen, ist dies vor allem auf die einsprachige Orientierung in der Lehreraus- und -weiterbildung zurückzuführen. Ziel dieses Beitrags ist es, eine Zusammenstellung und Systematisierung von mehrsprachigen Lehransätzen als Gegenstand der universitären Professionalisierung von Lehrkräften vorzunehmen. Dafür werden erprobte Beispiele aus Lehrveranstaltungen der Universität zu Köln verwendet. Insbesondere wird dabei das hochschuldidaktische Kernelement des Selbsterfahrens und des Perspektivwechsels der Lehrkräfte in den Seminaren als Schlüssel für die spätere Umsetzung im eigenen Unterricht herausgearbeitet.

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Kritisches Denken im Schreibprozess

Neben fachlichen Inhalten müssen sich Studierende während ihres Studiums auch wissenschaftssprachliche Kompetenzen aneignen. Bei der mehrjährigen Begleitung Studierender in der Schreibpraxis fiel auf, dass Studierenden die Berücksichtigung wissenschaftssprachlicher Aspekte bei der Texterstellung schwerfällt. In der Literatur zur Erstellung wissenschaftlicher Texte sind Hinweise zur wissenschaftssprachlichen Ausdrucksweise unterrepräsentiert. Deshalb wurde ein Modell entwickelt, das die kritische Auseinandersetzung der Studierenden mit wissenschaftssprachlichen Aspekten in ihren eigenen und fremden wissenschaftlichen Texten unterstützen soll. Im Beitrag werden das Modell vorgestellt und verschiedene Lehrideen aufgezeigt, die den Transfer des Modells in das eigene Handeln didaktisch fördern.

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Selbst. Denken. Lehren: Eine Paradoxie praktisch umsetzen

Wenn eine Studentin einer Dozentin mit guten, eigenen Argumenten widerspricht, dann fühlt sich das für die lehrende Person typischerweise ambivalent an: Einerseits zeigt hier eine Studentin kritisches, eigenes Denken, was man als nachhaltige Zielerreichung verbuchen kann. Andererseits wird man akut – noch dazu vor Publikum – in Frage gestellt. Dieses Paradox und weitere bilden hier den Ausgangspunkt um zu zeigen, dass Selbst-Denken zu lehren anders als Inhaltsvermittlung ein Widerspruch in sich ist. Möglich ist es gerade dann, wenn man die Unmöglichkeit akzeptiert. Was zudem hilft, wird u.a. am Beispiel eines Ethik-Curriculums gezeigt.

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Gute Vorbereitung ist alles – ein Konzept für Mathematik-Vorkurse im Studiengang Wirtschaftswissenschaften

Aussichtsreiche Berufsperspektiven und einschlägige Praxisnähe – das sind gute Gründe für ein wirtschaftswissenschaftliches, mathematik-affines Studium. Insbesondere in der Studieneingangsphase ist allerdings eine zunehmende Heterogenität im Vorwissen der Studierenden zu beobachten, welches jedoch als Grundlage in vielen Lehrveranstaltungen im ersten Semester vorausgesetzt wird.

Um diese Heterogenität bereits vor Beginn des Studiums zu adressieren, bieten deutsche Hochschulen, ähnlich wie in den USA und im europäischen Ausland, vermehrt Studieneingangsformate zur Verbesserung ihres Mathematikvorwissens an. Diese betreuungsintensive Begleitung hat eine fundierte Grundlagenausbildung in Mathematik und Statistik zum Ziel, da Wissenslücken in diesen Fächern als hohe Hürde für einen erfolgreichen Verlauf des Studiums angenommen werden.Vor diesem Hintergrund wird ein Konzept zu Mathematik-Vorkursen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main vorgestellt. Evaluationsergebnisse deuten auf die Relevanz dieser außercurricularen Unterstützungsformate für den eigentlichen Studienerfolg hin. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf Limitationen und praktische Implikationen diskutiert.

  die_hochschullehre_2019_Dörmann_Mordel_Mendzheritskaya_Mathematikvorkurse (640,3 KiB, 85 Hits)

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