Praxisforschung

Forschen über eigene Lehre

Unter der Überschrift „Praxisforschung“ akzeptieren wir Beiträge von Lehrenden, die ihre Hochschullehre selbst forschend reflektieren und hinterfragen (sog. Scholarship of Teaching and Learning). Wir erwarten die Bearbeitung einer lehr-lernbezogenen Fragestellung, die empirisch oder theoretisch anhand des eigenen Unterrichts aufgearbeitet wird, ohne dass dabei die Qualität einer echten Forschungsarbeit erreicht werden muss. Die Beiträge sollten aber auf einschlägige Fachliteratur zurückgreifen.


Universität Frankfurt (2)
Universität Paderborn (24)

Didaktische Entwicklung des Co-Teachings Moderationstraining für Geographie-Studierende

Im vorliegenden Artikel wird das Co-Teaching-Lehrkonzept „Moderationstraining für Geographiestudierende“, das in das Pflicht-Praxismodul des Studiengangs im ersten Semester des Masterstudiengangs Wirtschaftsgeographie und Raumentwicklungspolitik (WIREP) integriert wurde, beschrieben. Das Lehrkonzept wurde zunächst in einer Pilotstudie im Wintersemester 2016/17 erprobt und anhand der Ergebnisse weiterentwickelt. In einem zweiten Durchlauf im Wintersemester 2017/18 wurde dieses durchgeführt und evaluiert. Inhalte des Moderationstrainings sind das Lernen und Anwenden von rhetorischen Fertigkeiten wie Fragetechniken, die Auseinandersetzung mit der eigenen Selbst- und Fremdwahrnehmung anhand von Beobachtenden- und Video-Feedback sowie eine fachliche (themenbezogene) und außerfachliche (moderations- und rhetorikbezogene) Rückmeldung der beiden Lehrenden. Ziel war es, dass sich die Studierenden selbstreflektierend Moderations- und Präsentationskompetenzen aneignen, diese anhand von Fachinhalten verknüpfen und somit ihr Wissen erweitern konnten. Die Ergebnisse zeigen, dass das Lehrkonzept im Hinblick auf den Erwerb der Schlüsselqualifikation Moderieren erfolgreich war. Dabei erzielte das an die Ergebnisse angepasste Modul bessere Ergebnisse als das Modul in der Erprobungsphase.

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Einfluss eines ePortfolio-Einsatzes in der Lehre auf Selbstverständnis und Perspektiven der Lehrenden

An der Fakultät Information und Kommunikation der Hochschule der Medien Stuttgart werden drei Schlüsselkompetenzmodule (im Pflichtbereich der Curricula) gemeinsam durch vier Studiengänge genutzt. Teil des Moduls bzw. der Prüfungsleistung in den Modulen ist ein verpflichtendes begleitendes ePortfolio sowie ein das Semes-ter abschließendes Kolloquium. Die Ergebnisse einer qualitativen Befragung involvierter Lehrender legen nahe, dass diese Lehr- und Prüfungsform nicht nur die Haltung bzw. bevorzugte Handlungsstrategien von Studierenden, sondern auch die der Lehrenden beeinflusst. Im Vordergrund steht dabei, dass eine andere Qualität des Austauschs zwischen Lehrenden und Studierenden ermöglicht und die Reflexion der Leh-renden über die eigene Rolle und das Lehrhandeln anregt wird. Dies könnte auch ein Ansatzpunkt für Organisations- und Personalentwicklungsprozesse an Hochschulen sein.

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Förderung von Kreativität in studentischen Kleingruppenprojekten in der Informatik – Ein Prototyping-basierter Ansatz

Dieser Artikel erörtert, ob in studentischen Kleingruppenprojekten in der Informatik Kreativität und die Erarbeitung kreativer Ideen explizit gefördert werden kann. Dazu wird ein Seminarkonzept detailliert vorgestellt, welches auf zwei Grundkonzepten der Informatikpraxis beruht: agiles Projektvorgehen und Prototyping. Die Teilnehmenden des Seminars wurden gezielt in einen Kreativitätsprozess geleitet, indem sie für gegebene moderne Technologien (Virtual Reality, Augmented Reality, Drohnen, etc.) neuartige Nutzungsszenarien entwickeln sollten. Um zu evaluieren, ob das Lehrkonzept erfolgreich ist, wird sowohl die produktbezogene als auch die prozessbezogene Kreativität betrachtet. Für die produktbezogene Kreativität werden die von den Teilnehmenden erstellten Projektideen inklusive der benutzten Prototypingtechnik vorgestellt und bewertet. Die Teilnehmenden haben nicht nur eine enorme Breite an Ideen entwickelt (in der Summe ca. 40 bei 16 Teilnehmenden), sondern insbesondere auch acht Ideen im Verlaufe des Seminars sehr konkret weiterentwickelt. Hinsichtlich der prozessbezogenen Kreativität wird das Lehrkonzept durch mehrere Fragebögen eruiert. Die Studierenden sind mit dem Seminar, der Herangehensweise und den Ergebnissen sehr zufrieden, was unter anderem durch die äußerst positive studentische Veranstaltungskritik (u.a. 1,0 für den Gesamteindruck sowie Atmosphäre in der Veranstaltung) und die Auswertung der Evaluationsfragebögen unterstrichen wird. Auch von externen Beobachtern werden die erarbeiteten Ergebnisse und der Einsatz von Prototyping als sehr positiv bewertet.

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Feedback in Team Teaching-Konstellationen. Eine Studie zur Lehrkompetenzentwicklung durch Begegnung anderer Wissensformen

Das Lehren in Team Teaching-Konstellationen kann durch die darin generierten Feedbackinformationen zur akademischen Lehrkompetenzentwicklung beitragen. Um dies zu untersuchen, wurde eine Studie zum wahrgenommenen Feedback in der als Teaching Team realisierten Lehre durchgeführt und die erhobenen Daten hinsichtlich verschiedener Feedbackquellen ausgewertet. Vor dem Hintergrund theoretischer Erkenntnisse zur Lehrkompetenzentwicklung, der Lehre als Teaching Team sowie der Ziele und Wirkungsweisen von Feedbackprozessen werden die Ergebnisse dieser Studie in der vorliegenden Arbeit zusammengefasst und diskutiert. Die Begegnung anderer Vorstellungen über das Lehren und Lernen, so wird argumentiert, ist hierbei von Bedeutung.

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Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen und Lehrpersönlichkeit. Eine additive Praxisphase der Universität Paderborn

Die beschriebene Forschung untersucht die Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen und Lehrpersönlichkeit (EpLL) von Absolvent*innen des Projektes Vielfalt stärken – Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache. Anhand von Interviewaussagen Lehramtsstudierender wird die Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen sowie der Lehrpersönlichkeit ermittelt. Die Oberkategorien zur allgemeinen Lehrkompetenz, spezifisch zur individuellen Sprachförderung sowie zur Lehrpersönlichkeit, werden den Unterkategorien Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen sowie Lernfeldern zugewiesen. Die Absolvent*innen beschreiben ihre professionelle Entwicklung in dem Projekt durchgehend positiv. Besonders werden Fortschritte in den Fähigkeiten wahrgenommen, individuell zu fördern, Sprachentwicklung zu diagnostizieren sowie Unterricht zu planen und durchzuführen. Bezüglich ihrer Lehrpersönlichkeit fühlen sie sich sicherer in ihrer Rolle als Lehrperson, erkennen diese als langfristige Entwicklungsaufgabe und haben eine positive Einstellung gegenüber dem zukünftigen Berufsfeld. Schule und Begleitseminar nehmen gleich häufig das meist genannte Lernfeld ein, die Theorie-Praxis-Verzahnung wird seltener genannt. Zusammengenommen bestätigt die Forschung die Relevanz intensiv betreuter, studienbegleitender Praxiselemente mit einem hohen eigenaktiven Lehranteil als förderlich für die selbst-eingeschätzte Professionalisierung in schulpraktischen Kompetenzen und der Lehrpersönlichkeit.

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