Praxisforschung

Forschen über eigene Lehre

Unter der Überschrift „Praxisforschung“ akzeptieren wir Beiträge von Lehrenden, die ihre Hochschullehre selbst forschend reflektieren und hinterfragen (sog. Scholarship of Teaching and Learning). Wir erwarten die Bearbeitung einer lehr-lernbezogenen Fragestellung, die empirisch oder theoretisch anhand des eigenen Unterrichts aufgearbeitet wird, ohne dass dabei die Qualität einer echten Forschungsarbeit erreicht werden muss. Die Beiträge sollten aber auf einschlägige Fachliteratur zurückgreifen.


Universität Frankfurt (5)
Universität Paderborn (24)

Kritisches Denken im Schreibprozess

Neben fachlichen Inhalten müssen sich Studierende während ihres Studiums auch wissenschaftssprachliche Kompetenzen aneignen. Bei der mehrjährigen Begleitung Studierender in der Schreibpraxis fiel auf, dass Studierenden die Berücksichtigung wissenschaftssprachlicher Aspekte bei der Texterstellung schwerfällt. In der Literatur zur Erstellung wissenschaftlicher Texte sind Hinweise zur wissenschaftssprachlichen Ausdrucksweise unterrepräsentiert. Deshalb wurde ein Modell entwickelt, das die kritische Auseinandersetzung der Studierenden mit wissenschaftssprachlichen Aspekten in ihren eigenen und fremden wissenschaftlichen Texten unterstützen soll. Im Beitrag werden das Modell vorgestellt und verschiedene Lehrideen aufgezeigt, die den Transfer des Modells in das eigene Handeln didaktisch fördern.

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Selbst. Denken. Lehren: Eine Paradoxie praktisch umsetzen

Wenn eine Studentin einer Dozentin mit guten, eigenen Argumenten widerspricht, dann fühlt sich das für die lehrende Person typischerweise ambivalent an: Einerseits zeigt hier eine Studentin kritisches, eigenes Denken, was man als nachhaltige Zielerreichung verbuchen kann. Andererseits wird man akut – noch dazu vor Publikum – in Frage gestellt. Dieses Paradox und weitere bilden hier den Ausgangspunkt um zu zeigen, dass Selbst-Denken zu lehren anders als Inhaltsvermittlung ein Widerspruch in sich ist. Möglich ist es gerade dann, wenn man die Unmöglichkeit akzeptiert. Was zudem hilft, wird u.a. am Beispiel eines Ethik-Curriculums gezeigt.

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Gute Vorbereitung ist alles – ein Konzept für Mathematik-Vorkurse im Studiengang Wirtschaftswissenschaften

Aussichtsreiche Berufsperspektiven und einschlägige Praxisnähe – das sind gute Gründe für ein wirtschaftswissenschaftliches, mathematik-affines Studium. Insbesondere in der Studieneingangsphase ist allerdings eine zunehmende Heterogenität im Vorwissen der Studierenden zu beobachten, welches jedoch als Grundlage in vielen Lehrveranstaltungen im ersten Semester vorausgesetzt wird.

Um diese Heterogenität bereits vor Beginn des Studiums zu adressieren, bieten deutsche Hochschulen, ähnlich wie in den USA und im europäischen Ausland, vermehrt Studieneingangsformate zur Verbesserung ihres Mathematikvorwissens an. Diese betreuungsintensive Begleitung hat eine fundierte Grundlagenausbildung in Mathematik und Statistik zum Ziel, da Wissenslücken in diesen Fächern als hohe Hürde für einen erfolgreichen Verlauf des Studiums angenommen werden.Vor diesem Hintergrund wird ein Konzept zu Mathematik-Vorkursen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main vorgestellt. Evaluationsergebnisse deuten auf die Relevanz dieser außercurricularen Unterstützungsformate für den eigentlichen Studienerfolg hin. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf Limitationen und praktische Implikationen diskutiert.

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Das Bedürfnis nach Flexibilität von Fernstudierenden

Der steigenden Nachfrage einer heterogenen Studierendenschaft nach akademischer Bildung muss mit einer flexiblen Gestaltung der Lehre in Orientierung an den Bedürfnissen Studierender Rechnung getragen werden. Der vorliegende Beitrag beleuchtet das Bedürfnis nach Flexibilität von Fernstudierenden mit dem Ziel der Vereinbarkeit der Lebenslagen und stellt eine explorative Vorstudie eines Qualifikationsprojektes zum Thema der E-tutoriellen Betreuung vor.

  die_hochschullehre_2019_Martin_Bedürfnis_nach_Flexibilität (1,1 MiB, 62 Hits)

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Interdisziplinär organisierte Methoden- und Testberatung für Bachelorstudierende: Struktur, Resonanz und Erweiterungsmöglichkeiten

Die zunehmende Zahl von Studierenden droht die Betreuungsrelation bei Abschlussarbeiten deutlich zu verschlechtern. Studierende haben außerdem häufig Defizite im methodischen Grundwissen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde als zusätzliche Unterstützung für Studierende durch das Methodenzentrum Sozialwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main ein individuelles Beratungskonzept für methodische Fragen insbesondere im Rahmen von Abschlussarbeiten implementiert. 

Seit dem Sommersemester 2013 werden Beratungen zu qualitativen und quantitativen Methoden sowie eine Testberatung für Bachelorstudierende der Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie und Sportwissenschaften angeboten. Zusammen mit den Beratenden erarbeiten die Studierenden konkrete Ideen zur Umsetzung und Anwendung von Forschungsmethoden und diagnostischen Testverfahren für ihre Bachelorarbeiten.Das Angebot wird gut angenommen. Ergebnisse der Evaluation und zahlreiche Beratungsanfragen von Master- und Lehramtsstudierenden oder von Studierenden anderer Fachbereiche legen nahe, das Beratungsangebot zukünftig auszuweiten. Zudem trägt das Beratungsangebot zu einer Vernetzung verschiedener Fachbereiche bei.

  die_hochschullehre_2019_Bitzer_Ennigkeit_Gäde_Niederer_Tolgou (229,0 KiB, 95 Hits)

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