Praxisforschung

Forschen über eigene Lehre

Unter der Überschrift „Praxisforschung“ akzeptieren wir Beiträge von Lehrenden, die ihre Hochschullehre selbst forschend reflektieren und hinterfragen (sog. Scholarship of Teaching and Learning). Wir erwarten die Bearbeitung einer lehr-lernbezogenen Fragestellung, die empirisch oder theoretisch anhand des eigenen Unterrichts aufgearbeitet wird, ohne dass dabei die Qualität einer echten Forschungsarbeit erreicht werden muss. Die Beiträge sollten aber auf einschlägige Fachliteratur zurückgreifen.


Universität Frankfurt (5)
Universität Paderborn (29)

Editorial

Die Auseinandersetzung und Weiterentwicklung von Hochschullehre im Sinne des „Scholarship of Teaching and Learning“ (SoTL) hat als Grundhaltung ein forschendes Lehren inne. Konkret wir damit eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Hochschullehre realisiert, und damit verbunden eine datenbasierte Weiterentwicklung derselben sowie die Vergemeinschaftung entsprechender Akteur*innen und Projekte. Mit den Herausforderungen eines sich wandelnden Umfelds haben sich auch die Teilnehmer*innen des Vertiefungsmoduls im Rahmen des Paderborner Weiterbildungsprogramms „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ beschäftigt, welches im Jahr 2019 zum siebten Mal stattgefunden hat. Dabei sind fünf Artikel entstanden, die in den diesjährigen „Paderborner Beiträgen“ erscheinen.

  die_hochschullehre_2020_Voeing_Buecker_Editorial.pdf (106,6 KiB, 697 Hits)

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Physik-Vorkenntnisse von Studienanfängerinnen und –anfängern in MINT-Fächern

Die Bedeutung mathematischen Vorwissens für einen erfolgreichen Start in ein MINT-Studium ist unumstritten. Einige Studien stellen inzwischen auch einen Zusammenhang zwischen physikalischem Vorwissen und Studienerfolg her. In dieser Studie wurde das Vorwissen der Studienanfänger/innen in den Jahren 2014 bis 2019 mittels eines Eingangstests in einem Vorkurs, der sich an Studienanfänger/innen aller MINT-Studiengänge der Universität Stuttgart richtet, erhoben. So konnte in jedem Jahr eine Stichprobe von 400 bis 600 Studierenden untersucht werden. In unserer Studie zeigt sich ein über den hier untersuchten Zeitraum von sechs Jahren insgesamt schwach sinkendes, über die letzten vier Jahre jedoch wieder ansteigendes durchschnittliches Vorwissen der Studienanfänger/innen. In demselben Zeitraum steigt die Heterogenität des Vorwissens jedoch kontinuierlich leicht an.

  diehochschullehre_2020_Sternal_Walliser_Physik-Vorkenntnisse_Studienanfaengerinnen_MINT (803,3 KiB, 816 Hits)

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Selbstständiges Lernen an der Hochschule: Diskussion eines computergestützten niedrigschwelligen Förderansatzes

Im Vergleich zur Schule ist das Lernen an der Hochschule durch deutlich größere Freiheitsgrade mit Bezug auf die Gestaltung des eigenen Lernhandelns geprägt. Diese seitens der Institution gegebenen Freiheitsgrade bedürfen aber auch größerer Verantwortung auf Seiten der Lernenden. Basierend auf theoretischen Modellvorstellungen zum Lernen als selbstregulierten Prozess gehen wir davon aus, dass Studierende ihr Lernhandeln im Hinblick auf bestimmte Ziele wie das Bestehen einer Modulabschlussprüfung systematisch verfolgen, indem sie beispielsweise Lehrveranstaltungen gezielt besuchen und diese vor- und nachbereiten. Um Studierende in ihrer Regulation des Lernens zu unterstützen, wurde eine Webanwendung entwickelt, die Studierende anregen soll, veranstaltungsbegleitend ihr gelerntes Wissen zu überprüfen. Ergänzt wird dies durch Feedbackelemente, die eine Reflexion über das eigene Lernhandeln und den eigenen Wissenstand anregen sollen. Neben dem theoretischen Hintergrund soll in diesem Beitrag eine erste computergestützte Umsetzung dieser Ideen dargestellt werden. Darüber hinaus werden formative Evaluationsergebnisse aus der Pilotphase vorgestellt und mit Blick auf die Weiterentwicklung dieses Programms diskutiert.

  diehochschullehre_2020_Pfost_et_al_Selbststaendiges Lernen_an_der_Hochschule (556,3 KiB, 852 Hits)

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Anchored Instruction 2020 – von der Instruktion zur Konstruktion: Kontextbezogenes Lernen im Managementstudium

Lehrende an Hochschulen sind zunehmend gefordert, fachliche, theoriebasierte Inhalte mit klar erkennbarem Praxisbezug zu versehen, um die Studierenden bei der Entwicklung beruflich bedeutsamer Kompetenzen zu fördern, die deutlich über ein reines Fach- und Methodenwissen hinausgehen. Hierzu bietet sich in vielen Fachbereichen die Anwendung von Fallstudien oder Rollenspielen an. Im vorliegenden Beitrag wird ein Modul im Management-Studium vorgestellt und kritisch reflektiert, das eine umfangreiche, über zwölf Wochen fortschreitende Großstudie narrativ in einem herausfordernden Praxiskontext verankert. Die bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen werden umfassend evaluiert und analysiert. Konsequenzen und Empfehlungen hinsichtlich einer möglichen Übertragung des multimedial angelegten Konzeptes auf andere Anwendungsfälle schließen sich an.

  diehochschullehre_2020_Wuttke-Hilke_Wagner_Widmayer_Anchored_Instruction (408,0 KiB, 1.040 Hits)

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Kommunikation und E-Learning: Bedingungen, Gestaltungsmöglichkeiten und Qualitätssicherung beim Einsatz von Foren in der Hochschullehre

Aufbauend auf pädagogisch-psychologischen Hintergründen zum Lernen durch Kommunikation und aktuellen Forderungen zur Entwicklung von Medienkompetenz wird im Artikel der Einsatz von Foren in der Lehre aus theoretischer und praxisorientierter Perspektive betrachtet. Zunächst werden die Potentiale und Besonderheiten von Foren als asynchrones und schriftliches Kommunikationsformat anhand zentraler lernpsychologischer Theorien und Befunde herausgestellt. Dann werden didaktische Maßnahmen zur Unterstützung einer regelmäßigen Partizipation sowie lernförderlichen transaktiven Kommunikation vorgestellt. Der Fokus wird auf die Rolle von Moderationsprozessen durch Lehrende und Peers sowie auf Möglichkeiten des Einsatzes von Kooperationsskripts als instruktionale Strukturierungshilfe für Argumentations- und Austauschprozesse gelegt. Auf dieser Grundlage werden konkrete didaktische Szenarien und deren Umsetzung im virtuellen Raum abgeleitet und veranschaulicht. Im Anschluss werden Vorschläge gemacht, wie die Wirksamkeit der vorgestellten Maßnahmen anhand von Indikatoren für Partizipation und Lern- und Kompetenzerwerb überprüft und gesichert werden kann. Abschließend werden Implikationen für die praktische Umsetzung und zukünftige Forschungsvorhaben diskutiert.

  diehochschullehre_2020_MaywegEndersZimmermann_Foren (366,9 KiB, 1.280 Hits)

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