Archiv von 'Januar, 2019'

Die Angebote deutscher Hochschulen für studieninteressierte Geflüchtete – eine empirische Analyse

Im Beitrag werden die Ergebnisse einer empirischen Teilstudie präsentiert, die im Rahmen der Begleitforschung zum Pilotprojekt „Integration politischer Flüchtlinge mit akademischen Hintergründen bzw. Ambitionen (IpFaH)“ der Hochschule Magdeburg-Stendal durchgeführt wurde. Ziel der Teilstudie war es, einen Überblick über das Gesamtangebot deutscher Hochschulen für Geflüchtete zu schaffen, dieses zu systematisieren und das spezifische Angebot der Hochschule Magdeburg-Stendal darin einzuordnen. Die Teilstudie ergänzt die qualitative Hauptstudie der Begleitforschung, bei der die Untersuchung des Bildungsangebots IpFaH zur Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland aus der subjektiven Perspektive der Teilnehmenden im Vordergrund steht. Die Ergebnisse der vorliegenden Teilstudie sind auf vergleichbare Bildungsangebote anderer deutscher Hochschulen übertragbar.Die Studie umfasst 54 Hochschulen, die zum Ende des Wintersemesters 2015/16 ein Bildungsangebot für studieninteressierte Geflüchtete online präsentierten. Über die Internetseiten der Hochschulen wurden 414 Einzelangebote identifiziert und mittels unterschiedlicher Zugänge analysiert. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Hochschule Magdeburg-Stendal mit ihrem Bildungsangebot IpFaH auf der formal-organisatorischen Ebene gute Voraussetzungen für die Vorbereitung studieninteressierter Geflüchteter auf ein Studium schafft.

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Inverted Classroom: Wer profitiert – wer verliert? Die Rolle der Selbstregulationskompetenzen beim Lernen im umgedrehten MINT-Klassenraum

Das Inverted Classroom Model (ICM) wird seit 2000 als Lehrformat zunehmend beliebter. ICM dreht die traditionelle Vorlesung um: Was bisher in-class präsentiert wurde, wird nun über Videos, Texte u.a. in eine Pre-Class-Selbststudiumsphase ausgelagert, während im Präsenzunterricht aktives Lernen z. B. durch Übungen stattfindet. Im MINT-Bereich kann das Lernen im ICM zu besseren Leistungen als im traditionellen Format führen. Allerdings gilt dies unter der Voraussetzung der regelmäßigen aktiven Vorbereitung und Teilnahme an der Präsenzphase. Da an deutschen Hochschulen i.d.R. keine Anwesenheitspflicht in Veranstaltungen besteht, müssen Studierende selbst entscheiden, wie sie ein solches Format nutzen. Sie benötigen hohe Selbstregulationskompetenzen, um eigenverantwortlich im ICM mitarbeiten zu können. Anhand eines ICM-Beispiels zur Theoretischen Informatik sowie aktuellen Studien zu Selbstregulationskompetenzen und Scaffolding im ICM werden offene Forschungsfragen und Praxisimplikationen dargestellt.

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Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen und Lehrpersönlichkeit. Eine additive Praxisphase der Universität Paderborn

Die beschriebene Forschung untersucht die Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen und Lehrpersönlichkeit (EpLL) von Absolvent*innen des Projektes Vielfalt stärken – Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache. Anhand von Interviewaussagen Lehramtsstudierender wird die Entwicklung professioneller Lehrkompetenzen sowie der Lehrpersönlichkeit ermittelt. Die Oberkategorien zur allgemeinen Lehrkompetenz, spezifisch zur individuellen Sprachförderung sowie zur Lehrpersönlichkeit, werden den Unterkategorien Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen sowie Lernfeldern zugewiesen. Die Absolvent*innen beschreiben ihre professionelle Entwicklung in dem Projekt durchgehend positiv. Besonders werden Fortschritte in den Fähigkeiten wahrgenommen, individuell zu fördern, Sprachentwicklung zu diagnostizieren sowie Unterricht zu planen und durchzuführen. Bezüglich ihrer Lehrpersönlichkeit fühlen sie sich sicherer in ihrer Rolle als Lehrperson, erkennen diese als langfristige Entwicklungsaufgabe und haben eine positive Einstellung gegenüber dem zukünftigen Berufsfeld. Schule und Begleitseminar nehmen gleich häufig das meist genannte Lernfeld ein, die Theorie-Praxis-Verzahnung wird seltener genannt. Zusammengenommen bestätigt die Forschung die Relevanz intensiv betreuter, studienbegleitender Praxiselemente mit einem hohen eigenaktiven Lehranteil als förderlich für die selbst-eingeschätzte Professionalisierung in schulpraktischen Kompetenzen und der Lehrpersönlichkeit.

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Welches Lehrverhalten zeigen geschulte Tutor/innen? Eine explorative Analyse selbst- und fremdwahrnehmungs-basierter Reflexionsberichte

Der Einsatz von Tutor/innen in der universitären Lehre ist weit verbreitet. Um sie auf die Übernahme von Lehraufgaben vorzubereiten, ist ihre Schulung von großer Bedeutung. Es hat sich gezeigt, dass geschulte Tutor/innen über ein höheres Niveau von didaktischem Wissen, selbsteingeschätzter Kompetenz und Selbstwirksamkeit verfügen (Glathe, 2017). Weitere Untersuchungen stützen sich meist allein auf Evaluationsbögen, die jedoch vorwiegend die Zufriedenheit erfassen und keinen Aussagewert über den Praxistransfer enthalten.

Dieser Beitrag schließt diese Forschungslücke, indem er 40 Hospitationsberichte hinsichtlich der Frage analysiert, welche Schulungsinhalte umgesetzt werden. Die Auswertung anhand der qualitativen Inhaltsanalyse (Mayring, 2010) beinhaltet sowohl die Selbsteinschätzung des/der Tutor/in als auch die Fremdeinschätzung des/der Hospitanten/in.

Die Ergebnisse lassen erkennen, dass die Tutor/innen viele Schulungsinhalte in ihren Tutorien umsetzen: Insbesondere das zentrale Schulungsziel einer Lehrgestaltung, die Studierende aktiviert, zeigt sich in ihrem Lehrverhalten.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden im Sinne der Organisationsentwicklung in die Fachwissenschaften zurückgespiegelt, um gemeinsam Handlungsstrategien abzuleiten.

  diehochschullehre_2019_Rohde&Stahlberg_Lehrverhalten_von_TutorInnen (751,6 KiB, 328 Hits)

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