Allgemeine Pädagogik als Allgemeine Didaktik. Zur sozialen Praxis der multimodal-polykontexturalen epis-temischen Selbstreflexion

(1) Der Beitrag stellt die strukturtheoretische Frage, woran eigentlich pädagogisch-didaktisches Handeln von sonstigem Handeln differenziert werden kann. (2) Anschließend wird nach den epistemischen Bedingtheiten jeder Zeigeartikulation formal gefragt. Hierfür wird eine Heuristik zur epistemischen Reflexion des Didaktischen entworfen, welche den Bezugsdimensionen der Historisierung, Pragmatisierung und
Soziologisierung besondere Beachtung schenkt. Drei epistemische Aprioris bedürfen dabei der Reflexion: das kognitiv-psychische, das soziale sowie das historisch-diskursive Apriori. Dieses Reflexionsgebot gilt insbesondere für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, insofern diese oft einen impliziten politischen Bias mitführen (Nassehi, 2019). Problematisch ist hierbei nicht die Normativität bzw. Politizität der Sozialwissenschaft an sich (Horkheimer, 1970 [1937]; Vogel, 2019), sondern dass die Grenze zur Indoktrination und Manipulation – also Fehlformen des Pädagogischen (Strobel-Eisele, 2011) – fließend wird, wenn nicht mit hinreichender Bestimmtheit ausgewiesen wird, von wo aus auf welche Weise etwas artikuliert wird. (3) Schließlich wird das soziale Apriori hervorgehoben und Vorschläge zur didaktischen Operationalisierung sozialer Reflexivität werden angedacht.

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