„Aber diese verschiedenen Sprachen, die Teil der Klasse waren, wurden nie beachtet.“ – Grundlagen mehrsprachigkeitsdidaktischer Kompetenzen in der Lehramtsausbildung

Der Großteil aller Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen ist heutzutage mehrsprachig – vor allem durch Migrationshintergründe, bilinguale Elternhäuser und schulischen Fremdsprachenunterricht. Die Mehrsprachigkeitsdidaktik versucht das Potenzial dieser mehrsprachigen Kompetenzen für den Unterricht in sprachlichen Fächern zu nutzen. Studien zeigen jedoch, dass Lehrkräfte sprachlicher Fächer hierfür entsprechend aus- oder fortgebildet werden müssen und dies bisher in aller Regel nicht geschieht. An diesem Desiderat setzt der vorliegende Beitrag an, indem er Ergebnisse einer empirischen Studie zu Erfahrungen von Lehramtsstudierenden sprachlicher Fächer mit Mehrsprachigkeitsdidaktik aus ihrem Praxissemester präsentiert. Anschließend stellt er Schlussfolgerungen aus diesen Ergebnissen für die Konzeption eines Seminars zu Mehrsprachigkeitsdidaktik im Lehramtsstudium vor. Das beschriebene Seminarkonzept wurde im WS 16/17 im Rahmen des DaZ-Moduls der Universität zu Köln erstmalig erprobt, um die angehenden Sprachlehrkräfte auf den Einbezug der mehrsprachigen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in ihren Unterricht vorzubereiten.

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Mythos Praxis um jeden Preis? Die Wurzeln und Modellierung des Lehr-Lern-Labors

Lehr-Lern-Labor-Seminare sind seit vielen Jahren in der Naturwissenschaftsdidaktik und seit kurzem auch in der geisteswissenschaftlichen Didaktik anzutreffende universitäre Seminarkonzepte, die mehrmalige Schüler*innenbesuche an der Universität implementieren.
Diese bewirken auf den ersten Blick eine Erhöhung der Praxisanteile im Lehramtsstudium, die dem Wunsch nach mehr Praxis vieler Studierender entgegenzukommen scheint und dem zu theoretisch anmutenden Lehramtsstudium entgegenwirkt.
Analysiert man die Situation allerdings genauer, so erscheint nicht ein „mehr“ an Praxis, sondern „bessere“ d.h. mit Theorie vernetzte, reflektierte Praxis als wünschenswert für eine moderne, adäquate Lehramtsausbildung in der ersten Phase.
Die Lehr-Lern-Labor-Seminare können eine solche, „bessere“ Praxis bieten, sie müssen allerdings eine Reihe von Kriterien erfüllen. Hierzu zählt nicht nur eine längst überfällig erscheinende Definition und theoretische Modellierung des Lehrformats, sondern auch die explizite Einbettung theoretischer und reflexiver Phasen. Ersteres wird in diesem Beitrag erarbeitet und vorgestellt, letzteres bedarf einer empirischen Prüfung, die auch im Lehr-Lern-Labor-Seminar-Projekt der Freien Universität Berlin vorgenommen wird.

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Subjektive Theorien zum Lehren und Lernen von Lehramtsstudierenden vor und nach der ersten Fachdidaktik-Lehrveranstaltung

Lehramtsstudierende starten aufgrund ihrer eigenen, biografisch erworbenen Vorerfahrungen mit sehr detaillierten Vorstellungen über das Lehren und Lernen in das Studium. Diese Vorstellungen sind meistens implizit und unreflektiert, haben aber eine handlungsleitende Funktion. Sie beeinflussen das professionelle Handeln der zukünftigen Lehrpersonen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass im Rahmen der Lehramtsausbildung diese subjektiven Vorstellungen expliziert, reflektiert und in theoriebasierte Vorstellungen überführt werden. Der vorliegende Beitrag zeigt eine Möglichkeit, wie die subjektiven Theorien zum Lehren und Lernen von Lehramtsstudierenden im Rahmen einer fachdidaktischen Einführungsveranstaltung aufgegriffen, expliziert, reflektiert und umgesetzt werden können. Darüber hinaus präsentiert er Ergebnisse, wie sich die Vorstellungen vom Lehren und Lernen im Verlauf eines Semesters verändern und diskutiert mögliche Einflussfaktoren.

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