Forschung

Für die Rubrik „Forschung“ akzeptieren wir Beiträge von Forscherinnen und Forschern aus dem Bereich Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung wie auch Arbeiten aus anderen Fachgebieten, die für Fragen der Hochschullehre relevant sind. Die Texte müssen eine empirische oder theoretische Fragestellung bearbeiten.


Wirksamkeit eines fächer- und modulübergreifenden ePortfolio-Einsatzes in der Hochschullehre. Einflussfaktoren auf den Kompetenzerwerb

ePortfolios können das Potential besitzen, das Lehren und Lernen in der Hochschullehre zu unterstützen. Um dies zu untersuchen, wurde ein fächer- und modulübergreifender ePortfolio-Einsatz mithilfe einer querschnittlichen Fragebogenerhebung an 250 Studierenden analysiert. Die Studierenden berichteten, dass sich ihre Schreib- und Methodenkompetenz und die Reflexionsfähigkeit nach der Arbeit mit den ePortfolio verbessert haben. Wichtige Faktoren hierfür waren: die bereits vorhandenen Kompetenzen in den jeweiligen Bereichen, die zur Verfügung stehenden Ressourcen, die Motivation vor dem ePortfolio-Einsatz und die prozessbegleitende (Selbst-)Reflexion. Basierend auf diesen Ergebnissen lassen sich potentiell wichtige Unterstützungsbedarfe ableiten, die bei der Implementation von ePortfolios und einem lernförderlichen Einsatz in der Lehre besondere Beachtung finden sollten.

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Anwendung, Nutzung und Grenzen von Beobachtungsbögen als Instrument zur Professionalisierung im Hochschulstudium

Der Lehrerberuf zeichnet sich professionstheoretisch dadurch aus, dass ähnlich wie bei Medizinern eine Einführung in die Handlungspraxis, den sogenannten Habitus, notwendig ist. Studien zur Expertiseforschung zeigen dabei, dass für hochwertige Leistungen Berufserfahrung allein nicht ausreicht, sondern stetige (Selbst‑)Reflexion des eigenen Handelns erforderlich ist (vgl. z. B. Helsper, 2011; Palmer et al., 2005). Für das Hochschulstudium bedeutet dies, dass eine Einführung in den professionellen Habitus durch (Selbst‑)Reflexionsgelegenheiten angeboten werden sollte. Eine Möglichkeit hierzu bieten Beobachtungsbögen, die als Grundlage für (Selbst‑)Reflexionsprozesse dienen. Diese werden von Lehrenden ausgefüllt und erfassen das konkrete Handeln angehender Professionsmitglieder. Bislang ist jedoch kaum bekannt, wie Beobachtungsbögen konkret in der Hochschullehre eingesetzt werden, welche Faktoren die Bewertung beeinflussen und ob Beobachtungsbögen tatsächlich ein geeignetes Instrument zur Professionalisierung Studierender darstellen. Der vorliegende Beitrag widmet sich diesem Forschungsdesiderat anhand einer Stichprobe von 390 Studierenden aus Bachelor- und Mastermodulen mit 840 Beobachtungen, die von 9 Dozent(inn)en durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass zu stark ausdifferenzierte Beobachtungsbögen nicht zielführend sind, die Handhabung der Lehrenden variiert und eine Optimierung individuellen Lernens, nicht jedoch die Leistungsbewertung, mittels Beobachtungsbögen sinnvoll ist.

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Videogestütztes Lernen durch Erklären in der universitären Ausbildung von Lehrkräften – Die Methode One-Take-Video

Der Beitrag skizziert die Implementation der videogestützten Selbstkonfrontationsmethode One-Take-Video (McCammon, 2014) in die universitäre Ausbildung angehender Lehrkräfte. Dazu werden zunächst die dem Ansatz zugrundeliegenden Lernstrategien systematisiert und ein Überblick zum jeweiligen Forschungsstand gegeben. Die Methode One-Take-Video versucht eine effektive Lernstrategie, das videogestützte Lernen durch Erklären zur Erlangung von deklarativem und prozeduralem Wissen, mit der Übung von Präsentationskompetenzen zu kombinieren und für die Hochschullehre nutzbar zu machen. Eine mögliche Umsetzung für die Hochschullehre wird vorgestellt und konkrete Chancen und Herausforderungen für die Implementation werden diskutiert.

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Das Spannungsfeld von Lehre und Lernen gestalten – Ergebnisse einer Begleitstudie und Überlegungen zu einer partizipativ-agilen Hochschuldidaktik

Lehre und Lernen befinden sich in einem Spannungsfeld. So lautet ein zentrales Ergebnis der evaluativen Begleitforschung zu den „Reflexionstagen“. In diesem an der Hochschule Magdeburg-Stendal etablierten zweitägigen Reflexionsformat wird nicht nur, aber auch über Studium und Lehre diskutiert. Dabei zeigt sich, dass Dozierende und Studierende widersprüchliche Perspektiven einnehmen, indem sie Lehre und Lernen unterschiedlich denken und praktizieren. Gegensätze existieren auch innerhalb der jeweiligen Statusgruppen und für die einzelnen Akteur*innen. Es gilt dieses Spannungsfeld zuerst zu verstehen und weiterhin zu gestalten. Der Beitrag erarbeitet daher Lehre und Lernen als Pendelverhältnis, auf das sich Studierende und Lehrende unter Berücksichtigung ihrer Perspektivenvielfalt sowie der Machtverhältnisse im aktuellen Studiensystem immer wieder neu einstellen (müssen). Die Ergebnisse dienen auch zur Diskussion einer partizipativ-agilen Hochschuldidaktik, deren Grenzen und Potenziale abschließend kursorisch beleuchtet werden.

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Vorlesungen heute: eine Studie zum fachkulturellen Zusammenhang zwischen Lehrmethoden in Vorlesungen und Lehransätzen von Dozierenden

Die vorliegende Untersuchung hatte das Ziel, den derzeitigen Stand der Gestaltung von Vorlesungen aus fachkultureller Sicht mittels einer großen Stichprobe von Dozierenden in Deutschland (= 983) zu beschreiben. Untersucht wurde, wie Lehrmethoden eingesetzt werden und wie dies mit Lehransätzen (Trigwell, Prosser & Ginns, 2005) und Fachkultur (Huber, 1980; Multrus, 2004) zusammenhängt. Es zeigte sich, dass Dozierende in ihren Vorlesungen lediglich ein Drittel der ihnen bekannten Lehrmethoden häufig einsetzen und eine hohe Lernorientierung seitens der Dozierenden mit verstärktem Einsatz aktivierender Lehrmethoden einhergeht (rp = .47). Zum Teil fanden sich große Unterschiede zwischen den Fachkulturen hinsichtlich Lehrmethoden, Lehransatz und dem Besuch hochschuldidaktischer Weiterbildungen. Zukünftige Untersuchungen sollten sich der Frage widmen, welche Lehrmethoden zur Steigerung des studentischen Lernerfolgs besonders effektiv sind und wie dieses Wissen in der Hochschuldidaktik fachkulturspezifisch etabliert werden kann.

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